WeihnachtsbaumverkaufIn der letzten Woche vor Weihnachten wird’s für viele Nadelbäume in Deutschland und Europa ernst: sie werden jetzt geschlagen und verbringen die letzten Wochen ihres recht begrenzten irdischen Lebens in den weihnachtlich geschmückten Wohnstuben. In den meisten Familien hat es Tradition, dass der Weihnachtsbaum erst kurz vor dem großen Fest aufgestellt wird. Worauf sollte man jetzt beim Kauf eines Baumes achten? Welche Vor- und Nachteile haben die verschiedenen Baumarten? Wie bekomme ich den Baum sicher nach Hause? Welche Baumständer sind besonders praktisch? Diese und andere Fragen sollen in dieser kleinen Weihnachtsbaum-Kunde beantwortet werden.

Vor- und Nachteile der verschiedenen Baumarten
Schon bei der Wahl der Nadelbaumart fällt die Entscheidung darüber, wie lange sich Dein Weihnachtsbaum halten wird. Die Nordmanntanne, Deutschlands beliebtester Weihnachtsbaum, hält sich bis zu sechs Wochen und hat auch sonst ihre Vorteile: die glänzenden Nadeln etwa stechen nicht so sehr wie die anderer Nadelbäume. Da sie relativ langsam wächst und so viel Zeit benötigt, um Weihnachtsbaumgröße zu Erreichen, ist sie verhältnismäßig teuer. Bei der Haltbarkeit noch ausdauernder ist die blaugrüne Nobilis- oder Edeltanne. Sie kostet ähnlich viel wie die Nordmanntanne und verbreitet einen angenehmen, intensiven Duft. Am günstigsten zu haben ist die Fichte, die allerdings auch die geringste Haltbarkeit hat. Wer sich für diese Baumart entscheidet, sollte seinen Christbaum auf jeden Fall erst kurz vor Heiligabend holen – ähnliches gilt auch für die Rotfichte. Von den Anschaffungskosten im Mittelfeld liegt z. B. die Blaufichte. Sie hat eine von vielen als reizvoll empfundene bläuliche Färbung, ihre Nadeln stechen jedoch stark. Ihre starken Äste sind vor allem dann praktisch, wenn Du relativ schweren Baumschmuck aufhängen willst. Anders verhält es sich da mit der Douglasie. Ihre zarten Zweige sind nur für leichteren Schmuck geeignet. Wie die Blaufichte hat sie eine mittlere Haltbarkeit, ist aber etwas günstiger zu haben. Die sogenannte Colorado-, Silber- oder Grautanne ist wegen ihrer Färbung und der langen Nadeln beliebt. Sie verbreitet einen angenehmen Zitrusduft. Wer es außergewöhnlich mag, kann auch auf eine Kiefer zurückgreifen. Da diese Bäume nicht dem klassischen Bild eines Weihnachtsbaums entsprechen, sind sie in Deutschland für diesen Zweck wenig gefragt und – wie gesagt – eher was für den, der das Ungewöhnliche mag.
Beim Kauf des Baums solltest Du darauf achten, dass dieser möglichst frisch geschlagen ist. Feststellen kannst Du das zum Beispiel, indem Du den Stamm einmal fest auf den Boden stößt oder an einem Ast die Nadeln gegen die Wuchsrichtung zurückbiegst. Fallen dabei schon Nadeln aus, kann es sein, dass der Baum nicht mehr besonders frisch ist und in der Wohnstube womöglich bald zu nadeln beginnt.

Geschlagen oder mit Ballen kaufen?
Im großen Stil verkaufte Bäume werden übrigens speziell für diesen Zweck in Plantagen angebaut. Du musst Dir also keine Gedanken darüber machen, dass Du mit dem Aufstellen eines Weihnachtsbaums dem Wald schaden könntest. Eine Alternative zum geschlagenen Baum ist natürlich ein Baum mit Ballen, der im Kübel aufgestellt und nach den Festtagen wieder ausgepflanzt werden kann. Der Haken dabei ist, dass die Wurzeln dieser Bäume meist gestutzt sind, weil sie sonst zu viel Raum einnehmen würden oder einfach beim Ausgraben beschädigt wurden. Mit dem zurückgeschnittenen Wurzelwerk tut sich der Baum aber schwer, im Freien wieder anzuwachsen. Eine nicht unbeträchtliche Zahl dieser Bäume geht so früher oder später ein. Ob es sich also wirklich lohnt, einen Weihnachtsbaum mit Ballen zu nehmen, ist zweifelhaft.

Wie kommt der Baum sicher in die Wohnstube?
Beim Transport des Baums mit dem eigenen Auto solltest Du einiges beachten, damit es nicht zu unschönen Überraschungen kommt. Wenn Du den Baum im gegebenenfalls durch umlegen der Rücksitze vergrößerten Kofferraum transportieren willst, musst Du darauf achten, dass er nicht verrutschen kann. Wenn Du einmal stark bremsen musst, könnte er sonst zur Gefahr für Fahrer und Beifahrer werden. Am besten legst Du ihn nicht gerade, sondern leicht schräg ins Auto. Mit Decken und ähnlichem kannst Du das Verrutschen verhindern. Natürlich sollte der Baum nicht über die Vordersitze in den Frontbereich des Fahrgastraums hineinragen und so den Fahrer behindern. Wenn der Baum zu lang ist, musst Du die Spitze aus dem Kofferraum herausragen lassen. Die Kofferraumklappe sollte dabei mit einem Strick festgebunden werden. Dabei ist mit Vorsicht vorzugehen, damit die auf dem Baum aufliegende Kofferraumklappe diesen nicht beschädigt. Der Baum darf höchstens 1½ Meter herausragen, ab 1 Meter muss ein roter Signalstoff an der Spitze des Baumes angebracht werden. Eine Alternative ist der Transport auf dem Autodach. Dabei muss der Baum natürlich ausreichend festgezurrt sein, damit er auch bei einer starken Bremsung nicht herunterfallen kann. Denk daran, alle nötigen Materialien, wie Stricke, Decken, Signalstoff etc. im Auto zu haben, wenn Du losfährst, um den Baum zu holen!

Praktische Weihnachtsbaumständer
Logisch – der Weihnachtsbaum sollte sicher stehen und nicht schon bei einer leichten Berührung umfallen. Umso mehr gilt das natürlich, wenn Du Dich für echte Kerzen als Baumschmuck entschieden hast. Früher war das Befestigen des Baums im Ständer oft eine einzige Qual: bei den traditionellen, gusseisernen Christbaumständern, musste man den Stamm zuerst mit einem Beil bearbeiten, um ihn passend zu machen und dann umständlich mit mehreren Flügelschrauben fixieren. Heutzutage sind gottlob auch praktischere Ständer günstig zu haben. Dabei kann man zwischen Klemm- und Seilzugmechanismen unterscheiden. Bei beiden wird der Baum in der Regel einfach in den Ständer gestellt und dann mittels Fußhebel fixiert. Wer dennoch auf einen gusseisernen Weihnachtsbaumständer zurückgreift, der tut dies aus rein ästhetischen Gründen. Die Baumständer mit Fußhebel werden schon für etwa 15€ angeboten, während Du für die gusseisernen Klassiker das Doppelte zahlst. Ein weiterer Vorteil der modernen Ständer ist auch, dass diese oft über einen Wasserbehälter verfügen. Das Wasser hält den Stamm feucht und den Baum somit länger frisch. Bevor Du den Baum aufstellst, solltest Du übrigens eine Unterlage – z. B. eine Papierdecke – ausbreiten. Dies gilt wieder vor allem beim Einsatz echter Kerzen, vor deren herabtropfendem Wachs Du den Fußboden so schützt.

Fazit:
Die verschiedenen Baumarten halten sich unterschiedlich lange, bevor sie zu nadeln beginnen. Die haltbareren Arten sind naturgemäß entsprechend teurer. Egal für welche Art Du Dich entscheidest, Du solltest darauf achten, dass der gekaufte Baum vor nicht allzu langer Zeit geschlagen wurde. Beim Transport des Baums mit dem Auto gilt es, alle Sicherheitsvorkehrungen zu treffen, damit sich keine unangenehmen Überraschungen ergeben. Ein unzureichend gesicherter Baum wird bei einer Vollbremsung zum gefährlichen Geschoss. Beim Aufstellen kannst Du heutzutage auf äußerst praktische Baumständer zurückgreifen, die durchaus nicht teuer sein müssen. So wird das Aufstellen des Christbaums nicht mehr zur nervenaufreibenden Geduldsprobe und einer friedvollen Weihnacht steht nichts mehr im Wege!

Bildquellennachweis: © Gabi Schoenemann / PIXELIO