Winterliche Vogelfütterung im heimischen GartenIn den Wintermonaten ist es in Deutschland schon eine Tradition, dass Wildvögel, die sich nicht in den warmen Süden aufgemacht haben, gefüttert werden. Inwiefern dies Sinn macht, ist seit jeher bereits umstritten. Fakt ist jedoch, dass das Nahrungsangebot für Wildvögel nicht nur jahreszeitbedingt, sondern darüber hinaus auch durch die Eingriffe des Menschen in die Natur eingeschränkt ist. Dies gilt vor allem dort, wo der natürlichen Entwicklung der Vegetation kein Raum mehr gelassen wird und wild wachsende Pflanzen sofort als „Unkraut“ entfernt werden. Die Vogelfütterung kann daneben aber auch einen ganz eigennützigen Zweck erfüllen. Aus der warmen Stube heraus das rege Treiben am im Garten aufgestellten Futterhäuschen zu beobachten, bereitet schließlich Kindern wie Erwachsenen großes Vergnügen.

Wann sollte gefüttert werden?
Ornithologen vertreten entgegen der landläufigen Meinung, dass nur bei entsprechend rauer Witterung gefüttert werden sollte, den Standpunkt, dass eine Futtergabe während des gesamten Winterhalbjahres nicht schaden kann. Auch während der Jungenaufzucht im Frühjahr können die Vögel das zusätzliche Nahrungsangebot noch gut gebrauchen. Von einer langen Fütterungsperiode profitieren mitunter auch Zugvögel, die nach dem langen Weg erschöpft und abgemagert in unsere Breiten zurückkehren. Mit der Fütterung kann durchaus bereits im September begonnen werden. Dies gilt vor allem für die städtischen Ballungsgebiete, in denen es den Vögeln von vornherein schwerer fällt, Nahrung zu finden. Außerdem ist es sinnvoll, die Tiere frühzeitig an den Futterplatz zu gewöhnen. So können sie sich den Ort einprägen und werden ihn bei einem Wintereinbruch aufsuchen, um ihren Hunger zu stillen.

Wie oft sollte Futter ausgelegt werden?
Sofern Du für die Fütterung keine Futterspender mit größerem Reservoir verwendest, ist es sinnvoll zweimal täglich Futter auszulegen. Die erste Futtergabe sollte so früh wie möglich stattfinden. Frühaufsteher können gern bereits vor der morgendlichen Dämmerung das Futter auslegen. So müssen die Vögel vor allem nach besonders kalten Nächten nicht lange auf die dringend benötigte Stärkung warten. Für die zweite Futtergabe empfiehlt sich der späte Nachmittag bzw. der frühe Abend, mindestens zwei Stunden bevor es dunkel wird. So bietet das Futter noch eine Stärkung vor Einbruch der nächsten kalten Winternacht.

Wo sollte der Futterplatz angelegt werden?
Der Ort der Fütterung will gut durchdacht sein. Die meisten Vögel bevorzugen Futterplätze, die einerseits gut einsehbar sind, andererseits aber auch nicht zu weit von einem Schutz bietenden Dickicht entfernt sind. Der Futterplatz sollte also zwar auf freier Fläche stehen, damit die Vögel das Herannahen möglicher Fressfeinde, wie etwa Katzen, früh genug bemerken können. Eine Seite des Platzes sollte sich jedoch in relativ geringem Abstand von einem Gebüsch oder ähnlichem befinden, in dem die Tiere Schutz suchen können, wenn sie aufgeschreckt werden. Das Treiben am Futterplatz zu beobachten macht großen Spaß. Deshalb sollte dieser vom Haus aus gut zu sehen sein. Wenn er jedoch zu dicht an einem Fenster positioniert ist, kann dieses zur Gefahr für die Vögel werden. Wenn sie, wie so häufig, das Fenster nicht als Hindernis erkennen, endet eine Kollision oft genug mit einem tödlichen Genickbruch oder schwersten Verletzungen.

Wie sollte die Futterstelle beschaffen sein?
Der Futterplatz wird von vielen verschiedenen Vogelarten mit verschiedenen Angewohnheiten und Vorlieben aufgesucht. Einige Vögel etwa bevorzugen hängende Futterplätze, wie z. B. die bekannten Meisenknödel, für andere ist ein Futterplatz mit festem Stand notwendig. Daneben gibt es auch Arten, die das Futter am liebsten vom Boden aufnehmen. Um eine möglichst große Zahl von Tieren anzulocken, ist es deshalb ratsam, alle drei Varianten bei der Futtergabe zu berücksichtigen. In jedem Fall sollte der Platz einigermaßen wettergeschützt sein, damit das Futter nicht durch übermäßige Nässe verdirbt. Ebenso gilt es darauf zu achten, dass Futterhäuschen, Meisenknödel etc. so aufgestellt bzw. aufgehängt werden, dass sie nicht von Räubern wie z. B. Katzen erreicht werden können oder sich Mäuse am Futter zu schaffen machen. Der Futterplatz sollte regelmäßig von Vogelkot gereinigt werden, um die Ausbreitung von Krankheiten zu verhindern. Ein Futterhaus kannst Du im Handel kaufen. Bei Amazon etwa findest Du Futterhäuser schon für knapp 3€. Natürlich kannst Du das Häuschen aber auch selbst bauen. Meisenknödel und sonstiges Vogelfutter findest Du ebenfalls im Handel – aber auch hier kannst Du selbst Hand anlegen.

Tipp: Weiterführende Informationen zum Thema bietet das Buch „Vögel füttern – aber richtig“ der Ornithologen Peter Berthold und Gabriele Mohr, das Du für 7,95€ im Buchhandel erwerben kannst.

Fazit:
Entgegen der landläufigen Meinung ist es kaum möglich im Winterhalbjahr zu früh, zu viel oder zu lange zu füttern. Mit der Einrichtung eines Futterplatzes in Deinem Garten hilfst Du nicht nur den heimischen Vögeln, heil durch den Winter zu kommen. Vor allem Kindern aber auch Erwachsenen macht es große Freude, das rege Treiben am Futterplatz vom Fenster aus zu beobachten. Bei der Suche nach dem geeigneten Ort für die Futterstelle solltest Du jedoch einige Regeln beachten.

Bildquellenachweis: © Georg Haberecht / PIXELIO