Fenster und Türen streichenSei es, dass beim Auszug die Schönheitsreparaturen anstehen oder die alten Holzfenster des eigenen Heims im neuen Glanz erstrahlen sollen – wer das Streichen von Fenster und Türen keinem professionellen Maler überlassen möchte, sollte sich vor dem Anstrich etwas Zeit nehmen und die anstehenden Arbeitsschritte durchgehen. Ob Lasuren oder Lacke verwendet werden und inwieweit ein voriges Abschleifen erforderlich ist, ist nicht nur eine Frage des persönlichen Geschmacks, sondern hängt sowohl von dem Zustand als auch von dem Material des Fensters oder der Tür ab.

Alte Holzfenster und Türen mit einem neuen Anstrich versehen
Im Gegensatz zu Kunststoff, benötigen Fenster und Türen aus Holz in regelmäßigen Abständen einen Neuanstrich. Je nach Belastung durch Gebrauch, sowie Witterung sollte dies mindestens alle 5 bis 10 Jahre durchgeführt werden. Vor dem eigentlichen Anstrich muss geprüft werden, ob der Altanstrich noch tragfähig ist.

Falls keine Schäden oder Unebenheiten entstanden sind, kann eine Lasur direkt übergestrichen werden. Gegebenenfalls solltest Du die Oberfläche mit einem feinen Schleifpapier glätten. In der Regel kann auf eine Grundierung verzichtet werden. Lasuren empfehlen sich besonders, um die natürliche Maserung des Holzes zu erhalten oder sie sogar hervorzuheben. Je öfter Du diese aufträgst, um so intensiver wird der Farbton. Für Fenster und Türen eignen sich vor allem Dickschichtlasuren, da diese tropfhemmend sind und die Bildung von ‘Nasen’ vermieden wird.

Etwas aufwendiger ist der Anstrich mit Lacken. Diese solltest Du nur verwenden, wenn Du den Farbton der Tür oder des Fensters ändern möchtest. Achte darauf, das Du immer wasserhaltige Lacke verwendest, da diese keine lösungsmittelhaltigen Dämpfe absondern. Zusätzlich sollte der Lack atmungsaktiv sein, damit die Holzinnenseite nicht Gefahr läuft zu faulen. Als ersten Schritt musst Du vor dem Auftragen den Altanstrich vollständig entfernen. Hierfür kannst Du einen Spachtel und Schleifpapier verwenden. Sollten sich Schäden im Rahmen befinden, können diese mit einer speziellen Holzspachtelmasse ausgebessert werden. Ob vor dem Anstrich eine Grundierung notwendig ist, kommt auf den Lack an und wird vom Hersteller angegeben.

Hast Du Dich für eine Lasur oder einen Lack entschieden, geht es daran die Fenster gründlich zu reinigen, damit keine Schmutzpartikel eingeschlossen werden. Griffe und Riegel sollten am besten demontiert werden oder gründlich mit Kreppband abgeklebt werden. Auch die Fensterflächen müssen lückenlos verklebt und ggf. mit Folie abgedeckt werden. Als Werkzeug für den Anstrich dient Dir ein ca. 2,5 cm breiter Flachpinsel für die Flächen und ein dünner Rund- oder Winkelpinsel für die Falzen und Ecken. Es empfiehlt sich beim Malern vorsichtig mit den Falzen zu beginnen und mit den größeren Flächen abzuschließen.

Streichen von Kunststofffenstern und Türen
Kunststofffenster und Türen brauchen lediglich einen neuen Anstrich, wenn sie auf Grund eines Unfalls beschädigt wurden, oder nach Jahren starker Sonneneinstrahlung die ursprüngliche Farbe verblasste und unansehnlich geworden ist. Besondere Sorgfalt sollte bei der Wahl der Grundierung, des Lacks, bzw. der Farbe an den Tag gelegt werden, da nur spezielle Anstrichmaterialien in Frage kommen. Im Zweifelsfall solltest Du Dich daher im Baumarkt oder Fachhandel beraten lassen.

Die vorbereitenden Arbeitsschritte entsprechen weitestgehend den Vorbereitungen bei Holzfenstern und Türen, außer dass in den meisten Fällen auf ein Abschleifen verzichtet werden kann. Dafür müssen bei Kunststofffenstern auch die Gummileisten abgeklebt werden, da sie unter dem Anstrich schnell porös werden können.

Auch sind die eigentlichen Malerarbeiten wesentlich aufwendiger. Bevor der Lack aufgetragen werden kann, sollten zwei Anstriche einer Grundierung aufgetragen werden, um den nötigen Haftgrund zu bilden. Soll sogar noch ein neuer Farbeindruck entstehen, muss nach dem Lack noch eine zweite Schicht aufgetragen werden, um die ältere Farbe zu überdecken.

Fazit
Fenster und Türen zu streichen mag nicht zu den täglichen Reparaturen im Haushalt gehören, doch vor allem bei Holzmaterialien solltest Du Dir in regelmäßigen Abständen Zeit nehmen einen neuen Anstrich aufzutragen. Mit etwas Geduld und Fingerspitzengefühl musst Du die Malerarbeiten allerdings nicht dem professionellen Handwerker überlassen, sondern kannst sie auch selbst durchführen und somit einiges an Geld sparen. Um im Nachhinein unnötige Enttäuschungen zu vermeiden, ist es wichtig auf eine gute Vorbereitung und präzises Arbeiten zu achten.

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