DurchlauferhitzerIn vielen Haushalten wird die Warmwasserversorgung von Küche und Bad über einen Durchlauferhitzer geregelt. Waren früher eher Warmwasserspeicher (Boiler) verbreitet, werden heutzutage vorwiegend gasbetriebene oder elektrische Durchlauferhitzer installiert – diese eigenen sich besonders für eine dezentrale Wassererwärmung. Oft stehen sie allerdings noch in dem Ruf einen erhöhten Energieverbrauch mit sich zu ziehen, was bei neueren Modellen und einer bewussten Anwendung keineswegs der Fall sein muss.

Hydraulische und eletronische Steuerung
Bei Durchlauferhitzern unterscheidet man in der ersten Linie zwischen Hydraulisch und elektronisch gesteuerten Modellen, sowie zwischen dem Energiezufuhr durch Gas oder elektrischem Strom.

Bei Geräten mit hydraulischer Steuerung erfolgt die Erwärmung mit bis zu drei Heizleistungsstufen. Wenn sich während des Betriebs die Wassermenge ändert, die durch die Therme hindurch fließt, ändert sich auch die Temperatur. Kleinste Wassermengen können mit hydraulischen Durchlauferhitzern nicht erwärmt werden, da zum Einschalten eine Mindestdurchflussmenge erforderlich ist.

Bei elektronischen Durchlauferhitzern kannst Du die Wassertemperatur am Gerät eingeben. Auch bei unterschiedlichen Wassermengen bleibt die Temperatur konstant auf dem eingestellten Wert, womit es nicht zu unangenehmen Temperaturschwankungen beim Gebrauch kommt. Elektronische Durchlauferhitzer sind in der Anschaffung teurer als die hydraulische Variante, können allerdings durch die exakte Temperaturwahl bis zu 20 % der laufenden Energiekosten einsparen.

Elektrische Energie oder Gasanschluss
Elektrisch betriebene Durchlauferhitzer benötigen eines Mindestanschluss über 20 Ampere an das Stromnetz. Auf Grund der hohen Leistungsaufnahme darf die Installation ausschließlich von einem Fachmann durchgeführt werden. Im Falle eines Altbaus müssen zuvor ebenfalls bei den Stromleitungen überprüft werden, ob sie für den hohen Verbrauch ausgelegt sind. Nach der Montage benötigen diese Modelle bei reibungsloser Funktion keine Wartung.

Mit Gas betriebene Geräte hingegen können vollkommen ohne einen Stromanschluss auskommen. Sie werden zum überwiegenden Teil mit Erdgas betrieben, dessen Abgase über den Schornstein abgeleitet werden. Neben der fachmännischen Installation, sollten gasbetriebene Durchlauferhitzer einmal jährlich gewartet und gereinigt werden.

Obwohl elektrische Modelle einen höheren Wirkungsgrad aufweisen (98% zu 75%), ist die Gasvariante kostengünstiger. Dies liegt daran, dass Erdgas ein Primärenergieträger ist und somit einen geringeren Preis pro kWh erzielt (Strompreis ca. 20 ct/kWh zu einem Erdgaspreis von ca. 9 ct/kwh).

Der Durchlauferhitzer im Vergleich mit den Alternativen
Im Gegensatz zu Warmwasserspeichern wird bei einem Durchlauferhitzer nur dann Energie verbraucht, wenn das Gerät auch verwendet wird, sodass die Wärme nicht ungenutzt an die Umgebung abgegeben wird. Da Wasserspeicher den Wasservorrat dauerhaft warm halten, ergibt sich eine wesentlich schlechtere Energieeffizienz. Sollte in Deiner Wohnung noch ein Boiler installiert sein, lohnt es sich auf Grund der höheren Betriebskosten langfristig über einen Durchlauferhitzer nachzudenken.

Der Vorteil gegenüber einer zentralen Warmwasserversorgung ist, dass das erwärmte Wasser nicht erst über lange Stichleitungen geleitet werden muss, bis es am Gebrauchsort angekommen ist. Sollte keine Zirkulationsvorrichtung eingebunden sein, bedeutet dies einen höheren Wärmeverlust verbunden mit größerem Wasserverbrauch. Zu beachten ist allerdings, dass ein Durchlauferhitzer, der in Form einer Kombitherme auch für die Heizung verantwortlich ist, nur bei kleineren Wohneinheiten effizienter als eine zentrale Variante arbeitet. Bei größeren Häusern, in welchen die Warmwasserversorgung mit dem Heizungsbetrieb verknüpft ist, sinkt der Energieverbrauch von zentralen Warmwasserspeichern im Vergleich zum dezentralen Durchlauferhitzer. In diesem Zusammenhang lassen sich auch nur spezielle Modelle von Durchlauferhitzern mit einer Solartherme kombinieren.

Fazit
Ein Durchlauferhitzer ist für die Warmwasserbereitung in kleineren Wohnungen ideal. Dank dem hohen Wirkungsgrad und den kurzen Leitungswegen kann über längere Zeit viel Energie gespart werden. Vor der Anschaffung solltest Du Dich allerdings genau über die vorhandenen Anschlüsse informieren und die Installation unbedingt einen Fachmann überlassen. Wird der Durchlauferhitzer als Kombitherme auch für die Heizung eingesetzt, kann es effizienter sein über eine zentrale Lösung nachzudenken.

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