SperrmüllZum Sperrmüll zählen, wie der Name bereits sagt, sperrige Einrichtungsgegenstände aus dem Haushalt, die auf Grund ihrer Größe oder Beschaffenheit nicht in die herkömmlichen Abfallbehälter passen. Da sie nicht mit dem Hausmüll in der Mülltonne entsorgt werden können, muss Sperrmüll gesondert abtransportiert werden. Die Müllentsorgung in Deutschland ist Aufgabe der Länder und somit ist die Handhabung von Sperrmüll von Region zu Region unterschiedlich. Welche Richtlinien bundesweit gelten und über welche Einzelheiten bei dem zuständigen Entsorgungsamt nachgefragt werden muss, ist nicht immer auf den ersten Blick eindeutig.

Was zählt zu Sperrmüll?
Haushaltsgegenstände sowie Wohnungs- und Terrassenmöbel, welche nicht in 120 Liter-Mülltonnen passen, Mülltonnen beschädigen oder das Entleeren erschweren können, gelten als Sperrmüll. Zudem muss er von Hand verladen werden können und darf keine Schadstoffe oder Schwermetalle enthalten. Ausgeschlossen wird daher:

  • Bauschutt wie Steine, Erde, Bauschutt, Betonbrocken, Dachziegel, Glas
  • Fenster, Türen, Fußbodenbretter, Wand- und Deckenpaneele, Styroporplatten, Rollladen
  • Altmetall wie Badewannen, Wachbecken oder WC-Becken
  • Biomüll wie Grünabfälle, Baumabschnitte, Wurzeln
  • herkömmlicher Restmüll

Nicht alle Entsorgungsbetriebe definieren Sperrmüll exakt gleich. Zum Beispiel akzeptieren einige Tapeten als Sperrmüll. Im Zweifelsfall kannst Du Dich bei dem örtlichen Bürgerbüro oder dem Entsorgungsbetrieb unverbindlich informieren.

Einen Sonderfall bilden Elektro-Altgeräte. Wegen dem hohen Anteil an Schwermetallen, wie etwa Quecksilber, Blei oder FCKW dürfen Elektronikgeräte weder in den Restmüll, noch ohne weiteres zum Sperrmüll gestellt werden, sondern getrennt gesammelt und verwertet werden. Hierzu gehören Haushaltsgeräte wie alte Waschmaschinen, Kühlschränke, Bildschirmgeräte aber auch Leuchtstoffröhren und Batterien. Hier gibt es Unterschiede zwischen den einzelnen Gemeinden: Nach Anmeldung ist es bei einigen Entsorgungsbetrieben möglich bei der Sperrmüllsammlung auch Elektrogeräte zu entsorgen.

Wie wird der Sperrmüll entsorgt?
Bei der Sammlung von Sperrmüll sind drei Systeme geläufig. Bei der ersten Variante wird sämtlicher Sperrmüll zu einem festgelegten Termin von dem Entsorgungsbetrieb unentgeltlich abgeholt. Das Sperrgut ist in diesem Fall normalerweise frühstens am Vorabend und spätestens bis 7.00 Uhr des Abholtages ebenerdig bereitzustellen. Des weiteren dürfen weder Fußgänger, Radfahrer noch der Straßenverkehr durch den Sperrmüll gefährdet oder behindert werden.

Eine zweite Alternative ist die Absprache eines gesonderten Termins für die Sperrmüllsammlung. Nach einer Haushaltsauflösung fallen oft größere Mengen alter Haushaltsgegenstände an, welche dann auf Abruf entsorgt werden müssen. Hierzu kann ein ‘Sperrmüll Container’ bestellt werden, welcher zu einem späteren Zeitpunkt von dem Entsorgungsdienst wieder abgeholt wird. Diese Form der Sperrmüll Entsorgung ist allerdings kostenpflichtig und kann zwischen 25 bis 35 Euro für den ersten Kubikmeter und zusätzlichen 5 Euro für jeden weiteren Kubikmeter kosten, wobei eventuell auch Anfahrtskosten berechnet werden können. Auch hier gilt, sich über die genauen Zahlungsmodalitäten im Bürgeramt oder bei dem Entsorgungsdienst zu informieren.

Die dritte Möglichkeit ist, das Sperrgut selbst bei einem Recyclinghof abzuliefern. Einige Recyclinghöfe nehmen Elektrogeräte und kleinere Mengen Sperrmüll ohne Termin kostenlos entgegen, doch auch hier gibt es starke regionale Unterschiede, ab welcher Menge die Entsorgung kostenpflichtig ist.

Wem gehört der Sperrmüll?
Vielen Bürgern ist nicht bewusst, dass als Sperrgut designierte Gegenstände in das Eigentum der Entsorgungsbetriebe übergehen. Die Durchsuchung oder Mitnahme von Sperrmüll gilt somit als Ordnungswidrigkeit und wird von der Gemeinde geahndet. Die Gegenstände werden nicht zum Allgemeingut.

Fazit
Wichtig zu beachten ist, dass die Müllentsorgung in Deutschland Sache der Länder ist und daher große Unterschiede in der Handhabung von Bundesland zu Bundesland vorliegen. Generell wird die Sperrmüllentsorgung durch drei unterschiedliche Vorgehensweisen durchgeführt – mit regelmäßigen Abholterminen, Abholung auf Bestellung und durch Annahme in Recyclinghöfen. Wird ein Gegenstand zum Sperrgut geht es in den Besitzt des Entsorgungsbetriebs über und kann nicht einfach zurückgenommen, oder mitgenommen werden. Was genau als Sperrgut gilt und wie die Regelungen im einzelnen sind, kann bei dem Bürgeramt oder dem zuständigen Entsorgungsdienst erfragt werden.

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