FliesenbodenNach wie vor zählen Fliesen zu den gängigsten Bodenbelägen in Küche und Bad, sowie als pflegeleichte, wasserbeständige Wandverkleidung. Aber auch für den Flur und Außenbereiche des eigenen Heims ist das strapazierfähige Material bestens geeignet. Wichtig ist nur für die entsprechende Anwendung auch die richte Fliesenart auszuwählen. Das Wissen über die genormten Verschleißkategorien kann hierbei ebenso hilfreich sein, wie die Qualitätssiegel zu überprüfen. Du solltest daher vor dem Kauf entscheiden, welche Verarbeitungstechnik und welches Material für Dich in Frage kommt.

Qualitätssiegel sind eine zuverlässige Entscheidungshilfe
Qualitativ hochwertige Fliesen werden durch die Bezeichnung ’1. Wahl’ bzw. ’1. Sortierung’ erfasst. Diese Benennung ist ein normgerechtes, geschütztes Qualitätsmerkmal, welches von den zuständigen Ämtern vergeben wird. Bereits bei kleinsten Abweichungen werden die Fliesen abgestuft und mit ’2. Wahl’ bzw. ’2. Sortierung’ bezeichnet. Mangelhafte Fliesen können bei dem Verlegen und bei späterer Nutzung zu Schwierigkeiten führen, da sie unter anderem über eine geringere Biegefestigkeit, Trittsicherheit oder Fleckbeständigkeit verfügen. Als dritte Kategorie findest Du Fliesen mit der Anmerkung ‘Handelssortierung’ im Fachhandel. Unter dieser Rubrik erhältst Du eine Mischung mit einem unbestimmten Anteil 2. Wahl- und 1. Wahl-Fliesen. Bei wenig begangenen Räumen, wie bspw. einer Abstellkammer, bist Du mit dem preisgünstigeren Kauf von Fliesen der Handelssortierungs-Kategorie gut beraten. Ansonsten empfiehlt es sich auf 1. Wahl-Fliesen zurückzugreifen, um Überraschungen beim Verlegen zu vermeiden.

Als ‘frostsicher’ etikettierte Fliesen sind im Vorfeld ebenfalls genormten Tests unterzogen worden, welche bei fachgerechter Verlegung eine Bruchsicherheit im Innen- und Außenbereich bis zu einer Temperatur von -30 °C gewährleisten. Probleme können lediglich Auftreten, wenn sich Hohlräume im Fliesenkleber bilden, oder auf Grund fehlender Dehnungsfugen beim großflächigen Verlegen.

Weiterführend werden glasierte Fliesen in Abriebgruppen unterteilt. Sie geben eine Orientierung, wie widerstandsfähig die Fliesen gegenüber langwierigem Gebrauch sind. Abriebgruppe 1 bezeichnet die sensibelste Art von Fliesen und sollte nur sehr leicht beansprucht werden, wie in Barfuß- und Hausschuhbereichen. Die meisten Fliesen besitzen hingegen eine Abriebklasse von 4 oder 5 und sind somit im Haushalt uneingeschränkt einsetzbar. Unglasierte Feinsteinzeug-Fliesen zeichnen sich durch eine hohe Belastbarkeit und Langlebigkeit aus, weswegen sie nicht von der Kategorisierung der Abriebgruppen erfasst werden müssen.

Gängige Fliesenarten und ihre Verarbeitungsmethode
Die Arten von Fliesen unterscheiden sich in der Regel durch ihre Eigenschaften wie der Aufnahme von Wasser und ihrer Brandtemperatur. Je nach Verarbeitung sind Fliesen glasiert, oder unglasiert erhältlich. Beim Glasierung wird während des Brennvorgangs eine feine, deckende Glasschicht auf das Keramik der Fliese aufgetragen. Durch unterschiedliche Autragetechniken und Dekorationsverfahren entsteht dabei eine mannigfaltige Auswahl von Farben und Designs.

Die am weiten verbreitetste Art für die Verwendung im Innenbereich ist die Steingut Fliese. Sie besteht aus einer bei 1.000 °C gebrannten Keramik mit einer Wasseraufnahmefähigkeit von über 10%. Für die Verwendung im Außenbereich ist sie ungeeignet, da sich wegen ihrer mangelnden Frostfestigkeit Rissen bilden können und die Fliesen vom Untergrund abplatzen. Der Vorteil von Steingut ist eine unkomplizierte und einfache Verarbeitung.

Steinzeug bezeichnet eine Keramik mit einer Wasseraufnahmefähigkeit von nur 3%, die bei etwa 1.200 °C gebrannt wird. Fliesen aus Steinzeug sind überdurchschnittlich strapazierfähig und werden deswegen gerne in viel beanspruchten Bereichen verwendet. Sie sind zumindest frostbeständig und können daher auch in kälteren Zimmern verlegt werden. Allerdings sind auch sie nicht frostfest und nur sehr eingeschränkt im Außenbereich einsetzbar.

Feinsteinzeug besitzt eine Wasseraufnahmefähigkeit von weniger als 0,5% und wird bei 1.300 °C gebrannt. Daraus folgt eine hohe Bruchfestigkeit und Frostsicherheit. Feinsteinzeug ist ein geeignetes Material für den Außenbereich. Wegen der geringen Porösität ist die Verlegung von Feinsteinzeug jedoch nicht ganz einfach.

Fazit
Bei dem Kauf von Fliesen klären Dich die Prüfsiegel zuverlässig über die Frostsicherheit, dem Abriebwiderstand und die Verarbeitungsqualität auf. Die Fliesen werden hierbei in unabhängigen Labors normgerecht getestet. Doch auch bei der Wahl des Materials gibt es große Unterschiede zu beachten. So kannst Du Dich zwischen glasierten und unglasierten Fliesen entscheiden, sowie zwischen Steingut, Steinzeug und Feinsteinzeug Fliesen. Die verschiedene Wasseraufnahmefähigkeit und Abstufungen der Brandtemperatur führen bei den Materialien zu verschiedenen Einteilungen der Einsatzbereiche.

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