Behagliche Wärme von unten - FußbodenheizungenFür jeden Hausbauer sind sie inzwischen ein fester Bestandteil bei der Bauplanung: Fußbodenheizungen. Sie sorgen für warme Füße an winterlichen Tagen und bieten ein Stück luxuriösen Wohnkomfort. Darüber hinaus leisten diese Heizungen jedoch auch einen eminenten Beitrag zum Energiesparen und wirken sich nicht zuletzt positiv auf die Gesundheit aus. Welche Vor- und Nachteile Fußbodenheizungen tatsächlich haben, was man beim Einbau beachten sollte und mit welchen Kosten man rechnen muss, wird im Folgenden erläutert:

Wissenswertes zu Fußbodenheizungen
Seit den 1980er Jahren sind Fußbodenheizungen hierzulande populär und inzwischen fast die Hälfte aller neu gebauten Ein- und Zweifamilienhäuser mit ihnen ausgerüstet. Gute Gründe dafür gibt es einige: Die gleichmäßig erwärmte Bodenfläche sorgt nicht nur für ein angenehmeres Wohnklima, sondern auch für eine bessere Verteilung der Wärme im gesamten Innenraum. Die Vorlauftemperatur ist zwar relativ niedrig, wodurch es einige Zeit braucht, bis eine Oberflächentemperatur von maximal 29 Grad Celsius (im Bad bzw. in den Randzonen bis zu 35 Grad Celsius) erreicht wird; dafür jedoch garantiert der große Wärmespeicher der Fußbodenheizung eine lang andauernde Heizperiode. Aus diesem Grund kann der Eigentümer im Vergleich zur „normalen“ Heizmethode bis zu 12 % der anfallenden Energiekosten einsparen. Dazu sind auch die gesundheitlichen Vorteile bemerkenswert: Bei Fußbodenheizungen wird – beispielsweise im Vergleich zu Wandheizungen – deutlich weniger Staub in der Luft aufgewirbelt, wodurch das Risiko von Schleimhautreizungen gesenkt wird. Gerade für Hausstauballergiker sind Fußbodenheizungen deshalb eine sinnvolle Alternative. Problematisch ist zumeist jedoch die gleichzeitige Nutzung eines Teppichbodens, weil dadurch der Wärmefluss behindert wird. Allerdings werden im Handel inzwischen auch bestimmte Teppiche angeboten, die für geheizte Bodenflächen geeignet sind.

Warmwasser- oder Elektro-Heizungen
Für den Bauherren stehen zwei Varianten des Heizungsbetriebs zur Verfügung: Warmwasser oder Elektro. Bei Warmwasser-Heizungen werden Rohre im Fußboden oder in der Wand verlegt. Durch diese fließt dann über sogenannte Heizkreisverteiler und entsprechende Vor- und Rücklaufsysteme bis zu 40 Grad heißes Wasser. Beim Nasssystem werden die Kunststoffrohre mit Estrich vergossen, das Trockensystem ermöglicht eine Verlegung über vorgefertigte Bodenelemente, ohne dass ein Vergießen erforderlich wäre. Da eine nachträgliche Korrektur am Heizungssystem aufgrund des verhärteten Estrichs bei der Nassvariante nicht mehr durchzuführen ist, empfiehlt sich die Wahl des Trockensystems, welches zudem eine leichtere Temperaturregelung ermöglicht.
Elektro-Heizungen haben im Gegensatz zu Warmwasser-Fußbodenheizungen den Vorteil der geringen Bauhöhe. Sogenannte Dünnbett-Heizmatten zum Beispiel sind gerade einmal 4 mm dünn und deshalb insbesondere für Renovierungen geeignet. Die Heizkabel können dabei nicht nur unter den Fliesen, sondern sogar unter dem Laminat verlegt werden. Ein besonderer Vorteil: Der Höhenunterschied zum alten Fußboden bleibt äußerst gering. Allerdings sollte man sich intensiv mit dem Thermostat und der angeschlossenen Zeitschaltuhr beschäftigen, um den Energieverbrauch im Rahmen zu halten.

Planung und Einbau von Fußbodenheizungen
Im Vorfeld der Baumaßnahmen sollte stets ein Fachmann hinzugezogen werden. Dieser errechnet anhand der verfügbaren Daten nicht nur das beste System für den individuellen Bedarf, sondern gibt auch eine realistische Einschätzung der anfallenden Kosten, die eine Selbstmontage mit sich bringt. Pro Quadratmeter Warmwasser-Fußbodenheizung im Trockensystem muss mit Kosten zwischen 28 und 44 Euro gerechnet werden, für andere Systeme mit Noppenplatten oder Klemmschienen werden 20 bis 37 Euro fällig. Vor allem ist in der Vorbereitung auf die richtige Qualität der Dämmung, des Estrichs sowie der Wärmeleistung zu achten. Gerade keramische Bodenbeläge gelten beispielsweise als besonders wärmefördernd und sind deswegen ratsam als Oberbelag. Hierzu wird man gegebenenfalls auch in den Baumärkten informiert.
Wichtig ist bei der Installation, dass die Rohre eine ausreichende Länge vorweisen, denn nur so kann sich die Wärme im Raum gleichmäßig verteilen. Ebenfalls solltest Du auf eine darunter liegende Dämmung achten, damit die Hitze nicht unnötigerweise an das Erdreich verloren geht.
Wer schon am Anfang Sorge hat, dass der Einbau einer Fußbodenheizung seine handwerklichen Kompetenzen überschreitet, oder wenn man den Überblick über das zum Einbau notwendige Material verliert, kann mit speziellen Komplettsystemen arbeiten. Diese werden inzwischen von vielen Händlern angeboten und ermöglichen auch dem Laien die einfache Installation der Heizung ohne große Umstände. Auf Nummer Sicher gehst Du dabei, wenn das gewünschte System die Beurteilung „System selbstbaufreundlich“ vom Verband Europäischer Selbstbau-Partner e.V. verliehen bekommen hat.

Fazit:
Für eine besonders ausgeglichene Wärmeverteilung im Wohnbereich, aber auch unter dem Aspekt der Energieersparnis sowie eines spürbar angenehmeren Raumklimas sind Fußbodenheizungen eine hervorragende Investition im Rahmen eines Hausbaus oder einer Renovierung. Warmwasser-Fußbodenheizungen im Trockensystem gelten als besonders energieeffizient und flexibel in der Temperaturauswahl, Elektro-Heizungen sind vor allem für einen unkomplizierteren Einbau gut geeignet. Doch welche Wahl auch getroffen wird: Guter fachmännischer Rat ist hier vorher niemals teuer!