Skandinavischer WohnstilViele werden wahrscheinlich bei der Vorstellung einer skandinavisch eingerichteten Wohnung an eine Junggesellenbude mit zahlreichen IKEA-Möbeln inklusive Billy Regal und Hagalund Bettsofa denken. Doch damit liegt man absolut falsch, denn der skandinavische Wohnstil hat nur wenig mit der schwedischen Möbelhauskette zu tun. Helligkeit, Freundlichkeit und eine betont familiäre Atmosphäre charakterisieren dabei nicht nur das nördliche Lebensgefühl, sondern beeinflussen auch die Wahl des Mobiliars und der verschiedenen Accessoires sowie die farbliche Gestaltung der einzelnen Räume. Wir geben Einblick in das skandinavische  Leben in den eigenen vier Wänden:

Helle und lichtdurchflutete Räume
Lange und ungemütliche Winternächte erfordern im Wohnbereich jene Farben, die dazu einen gewissen Kontrast bilden. Himmelblau, Pastelltöne, aber auch gerne viel Weiß dominieren bei der Wohnraumgestaltung und sorgen für eine freundliche wie harmonische Stimmung. Besonders warme Farben sind außerdem Gelb und Orange, die sich mit Streifen- und Blumenmustern hervorragend kombinieren lassen. Dazu gilt es, möglichst viele Lichtquellen zu erzeugen: An Kerzen und Lampen sollte keineswegs gespart werden. Besonders bekannt und beliebt sind in diesem Zusammenhang Lampen wie IQ Light, die Maňana Stehleuchte und Norm 69, die sich vor allem aufgrund ihres unverwechselbaren Designs auszeichnen. Ein Stahlkamin oder ein Kaminofen bereichert dazu den nordischen Komfort um ein Vielfaches und spendet Wärme in den vielen düsteren Wintermonaten.

Möbel – so gemütlich wie schlicht
Besondere Inspiration für die Wahl des Mobiliars sowie der Wohnaccessoires bietet die Natur, von der es in Skandinavien mit seinen zahlreichen Wäldern, Flüssen und Fjorden reichlich gibt. Möbel aus hellem einheimischen Holz sind angesagt – funktionell, einfach und zeitlos. Mit Holzvertäfelungen an den Wänden und Holzdielen für den Boden, bevorzugt aus Birken-, Kiefern- und Fichtenholz, wird dem gemütlichen Charme skandinavischen Wohnens Rechnung getragen. Aber auch Laminat kommt als Bodenbelag gerne zum Einsatz. Hinsichtlich der wichtigsten Möbelstücke geht es vor allem um Geselligkeit und einen schnörkellosen Eindruck. Das beginnt mit einem großen Esstisch, der zum Verweilen und Diskutieren einlädt und dazu sinnvoll mit schlichten Stühlen ergänzt wird. Schwere Tische und Sitzbänke – hier überwiegen Buche und Kiefer – setzen deutliche rustikalere Akzente bei der Gestaltung von Wohn- und Schlafzimmer. Und wer es dazu besonders gemütlich mag, kommt an der ultimativen Sitzgelegenheit nicht herum: das Sessel-Ei des dänischen Designers und Architekten Arne Jacobsen.

Accessoires für ein natürliches Ambiente
An schönen Wohnaccessoires darf es natürlich nicht fehlen: Dekorativ und behaglich muss es sein, wobei auch hier besonderer Wert auf den Bezug zur Natur gelegt werden sollte. Tiere und Bäume als Motive sind fast überall zu entdecken, wo es beispielsweise um Stoffvorhänge (zumeist aus Leder, Leinen oder Filz) für die Fenster oder Teppiche geht. Gardinen mit Orchideenmustern oder Blütenwiesen, Glasschalen mit Sand oder Kies, Holzteelichter, gläserne Elche oder die typischen Dalarnapferde aus Schweden – der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Im Bad allerdings bleibt man eher zurückhaltend: Armaturen und Ablageflächen sind weitestgehend frei von dekorativen Verzierungen, dafür sollten die Handtücher „flauschig-wohligen“ Ansprüchen genügen. Übrigens: Schwedische Saunatonnen sind bereits ab 4400 Euro zu haben – ein echtes Schnäppchen, wer auch auf das liebste Freizeitvergnügen von Schweden und Finnen nicht verzichten will.

Fazit
Skandinavische Wohnkultur folgt vorwiegend der Devise: Erst die Funktion, dann die Form. Einfach und nützlich einzurichten hat Priorität bei der Wohnraumgestaltung, und im Wesentlichen wird ein ansprechendes Wohnklima durch den großzügigen Einsatz diverser Beleuchtungsarten sowie mittels holzlastiger Einrichtungselemente erzielt. Hauptsache: hell und einladend. Die unendlichen Weiten der Fjells, Fjorde und Urwälder Skandinaviens spiegeln sich in der gestalterischen Ästhetik des Wohnraums wieder, wo sich Rentiere und Elche sowohl auf Vorhängen als auch in Form unterschiedlicher Dekorelemente finden lassen. Spätestens hierfür darf dann auch mal wieder ein Besuch bei IKEA erlaubt sein.

Bildquellenachweis: © Rainer Sturm / PIXELIO