Verputzen im Innenbereich - was man beachten mussPutz dient unterschiedlichen Zwecken: Während er innen für Wandbeläge oder Anstriche den geeigneten Untergrund bietet sowie die Raumfeuchtigkeit reguliert, schafft er im Außenbereich einen zuverlässigen Schutz vor Witterungseinflüssen. Gerade beim Innenputz muss im Vorfeld besonders darauf geachtet werden, welchen Ansprüchen der Putz zu genügen hat – zum Beispiel, ob später Farbe, Tapeten oder Fliesen angebracht werden. Darauf basierend wird die Zusammensetzung bestimmt, die für den jeweiligen Zweck notwendig ist. Bei der Vorbereitung sowie Anwendung des Putzes gibt es somit einiges zu beachten. Wir stellen Dir die wichtigsten Aspekte vor:

Die Vorbereitung des Putzes
Bei den Putzen gibt es im wesentlichen zwei Hauptgruppen: Kunstharzputze sowie mineralische Putze. Der mineralische Putz besteht aus Bindemitteln wie Kalk oder Gips sowie Sand. Je nach Zugabe von Wasser verbinden sich diese mineralischen Stoffe und kennzeichnen die spezifischen Eigenschaften bezüglich Festigkeit und Trocknung. Für Anfänger eignen sich allerdings besonders Kunstharzputze, die organische Bindemittel aufweisen: Sie lassen sich ganz einfach verarbeiten, härten schnell aus und können sowohl hinsichtlich der Oberfläche als auch der Farbe umfangreich genutzt werden. Ihr besonderer Vorteil: Sie werden im Handel direkt als gebrauchsfertige Mischung angeboten.
Zu den wichtigsten Werkzeugen für das selbständige Verputzen gehören ein Traufel sowie eine Kelle, mit welcher der Mörtel angeworfen wird, zum Abziehen eine Kardätsche sowie ein Reibebrett. Für die Kellen und Glätter sind Werkzeuge aus rostfreiem Edelstahl nützlich, mit denen unnötige Fleckenrückstände beim Auftragen vermieden werden. Bei normalen Putzmengen genügen 60 bis 90 Liter große Mörtelkübel, dazu wird eine Bohrmaschine mit einem entsprechend aufgesetzten Rührquirl benötigt.
Nur mit einer perfekten Haftung des Putzes auf dem Untergrund ist ein erfolgreiches Verputzen möglich. Insofern sollten Rückstände wie Schmutz, Staub oder lose Teile vorher unbedingt beseitigt werden. Sämtliche Risse werden im Vorfeld mit einer Fugenkelle verschlossen bzw. verspachtelt. Mit einem Spritzbewurf lassen sich besonders glatte Untergründe gut bearbeiten, so dass eine perfekte Haftfläche für den Untergrund vorliegt.
Danach wird mit einer Wasserwaage die Ebenheit der Wand überprüft. Mit sogenannten Putzschienen, die man am Mauerwerk anbringt, wird schließlich beim Abziehen eine sauber abgezogene Oberfläche ermöglicht.

Wichtige Schritte beim Verputzen
Wenn der Untergrund ausreichend vorbereitet wurde, wird zunächst der Unterputz (zumeist aus einem Mischungsverhältnis von 3 zu 1 Sand und Kalk) aufgetragen. Hiermit werden eventuelle Unebenheiten des Mauerwerks ausgeglichen. Die Mischung sollte möglichst dünnflüssig angesetzt werden. Ist der besagte Unterputz komplett ausgehärtet, kann als nächstes der Oberputz aufgetragen werden. Diese Schicht sollte am besten nicht dicker als 1 cm und die Konsistenz etwas „kräftiger“ als jene des Unterputzes sein. Die Mörtelmasse wird nun am Mauerwerk angebracht, wobei für eine bessere Haftung die Masse mit etwas Feuchtigkeit versehen werden kann. Ein spezieller Pinsel (z.B. ein Quast) erleichtert diesen Schritt. Anschließend werden mit Hilfe der Kardätsche überschüssiger Mörtel sowie etwaige Dellen beseitigt.
Ist der Putz noch ganz frisch, sollte dieser zunächst vor dem Überstreichen zwei Wochen lang austrocknen. Für einen Putz mit strukturierter Oberfläche kann eine Putzmischung mit Zuschlagkörnern gewählt werden – nach dem Aufspachteln wird durch Reiben dann der gewünschte Struktureffekt erzielt. Aber auch Werkzeuge wie Spachtel, Pinsel oder Bürsten helfen dabei, die Oberfläche nach eigenem Ermessen zu behandeln.
Allgemein wird dazu geraten, die Wand im Sinne eines gleichmäßigen Ergebnisses innerhalb eines Tages zu verputzen.

Fazit
Wer sich das Verputzen der Wand schon selber zutraut, sollte sich bei der Wahl des geeigneten Putzes zuvor unbedingt im Heimwerkermarkt umfassend beraten lassen. Denn nicht jeder Mörtel hat die gleichen Eigenschaften und ist uneingeschränkt zum Verputzen des Innenraums zu empfehlen. Für glatte und saubere Oberflächen muss genauso gesorgt werden wie für ein gleichmäßiges und sorgfältiges Auftragen der Masse. Dann steht den nächsten Schritten beim bauen oder renovieren nichts mehr im Wege.

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