alte Dielen abschleifenGut gepflegte Holzdielen können ihre Qualität über viele Jahrzehnte erhalten. Es ist nicht immer notwendig den edlen Bodenbelag nur wegen ein paar kleineren Schäden rauszureißen und zu ersetzen. Bei Renovierungsarbeiten kannst Du selbst häufig benutzte und verschlissene Massivholzdielen durch einen Anschliff und eine zeitgemäße Versiegelung in neuem Glanz erstrahlen lassen. Dank des großen Durchmessers von 20 – 50 mm Edelholz ist es Dir möglich, die Dielen mehrere Male in ihrer Gebrauchszeit abzuschleifen, auszubessern und neu zu versiegeln. Es spricht viel dafür, die vorhandenen Dielen wieder aufzuarbeiten, anstatt sich ihrer zu entledigen. Doch um auch noch lange Freude an Deinem Fußboden zu haben, solltest Du sehr gewissenhaft bei der Renovierung vorgehen. Bei den Schleifarbeiten ist präzises Arbeiten gefragt.

Für die Vorbereitung zum nächsten Baumarkt
Für die verschiedenen Schleifgänge benötigst Du eine Bandschleifmaschine oder eine Walzschleifmaschine für die Flächen, sowie einen Tellerrandschleifer und einen Dreieckschleifer für den Ränder- und Eckenschliff. Diese kannst Du problemlos bei einem Baumarkt in Deiner Nähe ausleihen. Achte dabei auch auf die richtige Körnung des Schleifpapiers. Bevor Du mit den eigentlichen Schleifgängen beginnen kannst, solltest Du den Raum gründlich reinigen. Falls die Dielen vernagelt wurden, musst Du herausstehende Nägel im Holz versenken, da diese ansonsten das Schleifpapier beschädigen und durch Funkenschläge das Schleifmehl entzünden könnten. Bei der Arbeit mit Schleifmaschinen ist wichtig darauf zu achten, Lärm- und Atemschutzkleidung zu tragen.

Zuerst werden die Flächen grob übergeschliffen
In der Regel sind bei der Neuversiegelung alter Dielen vier bis fünf Schleifgänge nötig, bei denen die Körnung des Schleifpapiers mit jedem Durchgang feiner wird, angefangen mit einer Körnung von 16 über 24, 36, 60 und schlussendlich einem Feinschliff mit einer 100er Körnung. Haben sich über die Jahre Unebenheiten in den Dielen gebildet oder sind sie mit einer Farbschicht bedeckt, empfiehlt es sich den ersten Schliff (16, 24 Körnung) diagonal zum Dielenverlauf durchzuführen. Dabei werden grobe Unregelmäßigkeiten in der Oberfläche beseitigt und der Boden wird egalisiert. Die weiteren Schleifgänge (36, 60, 100 Körnung) erfolgen in Laufrichtung der Dielen, während Du darauf achten solltest vom direkten Lichteinfall weg zu schleifen. Führe die Schleifmaschine hierbei ruhig und kontinuierlich über die Oberfläche. Solange die Schleifwalze in Betrieb ist, darf sie weder stehen bleiben noch die Schleifrichtung wechseln, da sich ansonsten Vertiefungen bilden, die nicht mehr beseitigt werden können. Zwischen den Schleifgängen solltest Du den betreffenden Raum wieder gründlich absaugen.

Vor dem letzten Feinschliff (100 Körnung) kannst Du kleinere Fugen und Risse beseitigen, um die Optik des Dielenbodens aufzuwerten. Hierfür mischst Du eine Parkett-Fugenlösung mit dem entstandenen Schleifmehl zu einer zähflüssigen Masse und verteilst sie mit einem Spachtel auf die fehlerhaften Abschnitte. Nach 30 Minuten ist die Masse ausgehärtet und Du kannst mit dem abschließenden Schleifgang beginnen.

Ränder und Ecken per Hand oder Maschine abschleifen
Nachdem die Fläche abgeschliffen ist, kannst Du mit dem Tellerrandschleifer den Rand bearbeiten. Für die Ecken verwendest Du am besten einen Dreieckschleifer. Es ist aber auch möglich die Arbeit mit Dreikantschaber, Stecheisen oder einer Ziehklinge von Hand zu erledigen. Bei den einzelnen Schleifgängen solltest Du darauf achten eine Schleifrichtung von der Wand in den Raum beizubehalten, damit die Übergänge von Rand und Fläche gleichmäßig ausfallen. Die Körnung der Schleifgänge ist die selbe, welche Du zuvor für die Fläche benutzt hast. Sobald der Boden eben ist, Fehler ausgebessert wurden und die Oberflächenstruktur gleichmäßig ist, kannst Du ihn ein letztes mal reinigen und mit der Versiegelung beginnen.

Fazit
Es lohnt sich alte Dielen wieder aufzupolieren, anstatt sie rabiat herauszureißen und einen neuen Boden auszulegen. Die Schleifarbeiten benötigen zwar mehrere Durchgänge und ein präzises Vorgehen, doch kannst Du es bei gewissenhafter Durchführung auch selbst ausführen und wirst sicherlich weniger Aufwand haben, als mit der Verlegung eines vollkommen neuen Bodenbelags. Die notwendigen Werkzeuge und Materialien kannst Du unkompliziert bei Deinem Baumarkt ausleihen. Deine alten Dielen verströmen dann nicht nur eine frische Atmosphäre, sondern tragen zudem zu einem lebendigen Raumklima und einer aktiven Wärme- und Feuchtigkeitszirkulation bei.

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