Unerwünschte Gäste - wie man Ungeziefer und Schädlinge erfolgreich bekämpftGerade im Sommer machen es sich Ungeziefer und Schädlinge im eigenen Haushalt besonders gemütlich. Zu den besonders häufig anwesenden wie unbeliebten Plagegeistern gehören Schaben, Käfer, Motten, Fliegen und Ameisen. Die meisten stören dabei nicht nur das eigene Wohlempfinden, sondern sind zudem noch besonders gesundheitsgefährdend. Darüber, wie man Ratten erfolgreich vertreibt, haben wir bereits berichtet – doch wie wird man all die anderen unerwünschten Besucher schnellstens wieder los? Wir geben nützliche Tipps:

Küchenschaben
Viele Krabbeltiere sind vor allem nachtaktiv und nur sporadisch zu entdecken, wie zum Beispiel die Küchenschaben. Weltweit gibt es von diesen Insekten 3500 verschiedene Arten. Die in unseren Breitengraden häufig aktiven Gemeinen Küchenschaben (auch als Kakerlaken bekannt) sind Überträger von Krankheiten wie Typhus, Cholera und Hepatitis B, rufen Allergien hervor und lieben feuchte wie warme Räume. Ein besonderes Problem stellen die Eier der Schaben dar, da diese in den chitinen Hüllen besonders temperaturresistent sind. Für Abhilfe können  Insektenvernichtungssprays sorgen, da sie in das Nervensystem der Schädlinge eindringen, doch bei einer größeren Zahl jener unerwünschten Besucher kann wohl nur noch Kammerjäger zum Einsatz kommen. Über die verschiedenen Produkte und wie sie wirkungsvoll angewendet werden können, informiert dabei das entsprechende Fachpersonal im Bau- oder Drogeriemarkt.

Wanzen
Mit dem bloßen Auge kaum erkennbar, und doch mindestens genauso lästig und gefährlich wie ihre größeren „Kollegen“ sind Wanzen. Die Hauswanze, unter denen die Bettwanze zu den häufigsten Arten zählt, ist sowohl Träger als auch Überträger von gefährlichen Krankheitserregern. Während in diesem Fall die „chemische Keule“ ebenfalls dem Kammerjäger überlassen bleiben sollte, kann man auch zu natürlichen Hausmitteln wie Wermut und Salbei zurückgreifen. Ebenso leisten mit Öl bestrichene Holzteile den hartnäckigen Wanzen erfolgreich Widerstand. Unumlässlich für einen dauerhaften Schutz ist es allerdings, Bettwäsche und Kleidung bei mindestens 40 Grad regelmäßig gründlich zu waschen.

Stubenfliegen
Weniger gefährlich, wenngleich umso nervtötender sind Stubenfliegen. Angezogen werden sie von Fäkalien, Müllresten und besonders von Lebensmitteln. Hier hilft Essig, denn der Essiggeruch ist bei den Stubenfliegen (genauso wie bei den mindestens ebenso lästigen Obst- und Fruchtfliegen) äußerst unbeliebt. Mit ein paar Tropfen, die auf den Herd gegeben werden und anschließend verdampfen, oder aber auch mit kleinen, mit Essig gefüllten Schalen, sollte sich die Stubenfliegen-Plage schnell beseitigen lassen. Auch der Geruch von Basilikum und Lavendel sorgt in der Regel für ähnlich große Erfolge.

Ameisen
Als die harmloseren Mitbewohner gelten die Ameisen. Allerdings gehören sie ebenfalls zu den Insekten, die Abfall und Dreck von außerhalb in die Wohnung tragen und Nahrungsmittel verunreinigen können. Früchte, Obst und Fleisch werden dabei besonders gerne aufgesucht. Ein Teller mit süßen, flüssigen Substanzen wie Honig- oder Himbeerwasser ist für diesen Fall ein sehr wirksamer Köder, genauso jedoch kann man auf die Ameisenstraße auch Zitronensaft, Zimt oder Tomatenblätter geben.

Motten
Eher auf Kleidung, Teppiche und Bettwäsche haben es Motten abgesehen. Besonders schädlich sind jedoch dabei die Mottenraupen. Die Temperatur sowie die Nahrungsbeschaffenheit können eine schnelle Fortpflanzung begünstigen – die Weibchen legen immerhin bis zu 200 Eier. Dazu sind die jungen Larven äußerst zäh im Überleben und kommen auch mit mehreren Monaten Nahrungsmangel problemlos aus. Um die Existenz eines Mottenbefalls überhaupt festzustellen und zugleich dagegen vorzugehen, helfen Pheromonfallen, da diese die Population verringern können. Zu den klassischen Abwehrmethoden gehören neben den Mottenkugeln ebenso naturbelassene Mittel wie Zedern- oder Niembaumholz sowie ätherische Öle. Dazu kann Lavendel in kleinen Stoffsäckchen innerhalb des Wohnraums beim Kampf gegen die Textilienvernichter helfen.

Allgemeine Hinweise zur Schädlingsbekämpfung
Grundsätzlich sollte man darauf achten, dass Schädlinge das Haus bzw. die Wohnung von vornherein meiden. So sollte der Müll täglich entsorgt und Essensreste in der Küche beseitigt sowie Vorräte weitestgehend kühl und trocken, dazu in fest verschlossenen Behältern oder Gläsern aufbewahrt werden. Nicht zuletzt hilft eine ausreichende Durchlüftung, um ein allzu warmes und stickiges Klima in den eigenen vier Wänden zu vermeiden und darüber hinaus eventueller Schimmelbildung vorzubeugen.
Übrigens: Spinnen und Ohrwürmer – so häufig sie auch in der Beliebtheitsskala eines jeden Haushalts die letzten Plätze belegen – gelten nicht als Schädlinge, sondern vielmehr als Schädlingsbekämpfer, da sie äußerst effizient andere Insekten vernichten können.

Fazit
Ungeziefer und Schädlinge sind nicht nur lästig, sondern für den Menschen auch eine große Gefahr für dessen Gesundheit. Professionelle Kammerjäger sind auf alle Plagen vorbereitet – die Kunden jedoch oftmals nicht auf die darauf folgenden Rechnungen. Mit einfachen Methoden sowie natürlichen Mitteln lässt sich der Großteil der Parasiten problemlos ohne fremde Hilfe bekämpfen und vertreiben. Sauberkeit und Hygiene in allen Zimmern sind allerdings immer noch das beste Rezept für ein sorgenfreies Wohnen – ohne ungeliebte Gäste aus dem riesigen Insektenreich.

Bildquellenachweis: © Peter A / PIXELIO