Versiegelung von HolzdielenMassivholzdielen im edlen Kirsch- oder widerstandsfähigen Eichendekor gehören zu den elegantesten Raumgestaltungen des Bodenbereichs. Die charakteristische Holzmaserung und die lebendige Ausstrahlung des Holzbodens verschönern den Wohnraum nicht nur optisch. Auf Grund der offenporigen Eigenschaften des Massivholzes besitzen Dielen und Parkett eine aktive Wärme- und Feuchtigkeitszirkulation und tragen somit zu einem angenehmen Raumklima bei. Hat man sich einmal für Massivholzdielen entschieden und sie verlegt, oder möchte man den alten Fußboden in neuem Glanz erscheinen lassen, so steht der unerlässliche Arbeitsschritt der Versiegelung durch Lacke, Öle oder durch Wachs an.

Vorbereitung
Bevor Du mit der Versiegelung alter Dielen anfangen kannst, musst Du sichergehen, dass sie sorgfältig abgeschliffen sind. Zusätzlich ist es äußerst wichtig den betreffenden Raum von Schmutz und Staub zu befreien, da sich dieser sonst sofort in der noch flüssigen Versiegelung festsetzt. Sofern Du Dich für eine Ölversiegelung entscheidest, oder mit Wachs und Lack mehrere Schichten auftragen möchtest, benötigst Du eine Einscheibenschleifmaschine mit einem 120er- oder sogar einem 150er- Schleifgitter. Dieses feinkörnige Schleifpapier garantiert eine gleichmäßige Versiegelung ohne Schlieren zu hinterlassen. Möchtest Du ein Nachdunkeln durch Sonneneinstrahlung von weichen Hölzern wie Fichte vermeiden, solltest Du die Dielen mit speziellen Laugen und Seifen vor behandeln.

Lackieren für einen widerstandsfähige, robuste Versiegelung
Die weit verbreitetste Versiegelungsmethode von Dielen basiert auf unterschiedlichen Lacken. Bei Lack unterscheidet man zwischen lösemittelhaltigen Produkten und wasserbasierenden. Früher kamen häufig säurehärtende Lacke zum Einsatz, wobei seid den letzten zehn Jahren auf Grund der Gesundheitsunverträglichkeit und Schadstoffbelastung ein Wandel hin zu Wasserlacken durchgeführt wurde.

Im ersten Schritt musst Du den Lack in gleichmäßigen Streichbewegungen mit einer kurzflorigen Rolle auf den Boden auftragen. Achte hierbei, dass Du immer von der Lichtquelle wegstreichst, da es Dir so möglich ist Fehlstellen leichter zu erkennen. Nach der ersten Grundierung musst Du die Versiegelung vor direkter Sonneneinstrahlung schützen. Ansonsten können sich im Nachhinein Bläschen bilden. Die zweite Schicht kann am nächsten Tag aufgetragen werden. Zuvor empfiehlt sich allerdings ein Zwischenschliff, da das Holz durch aufquellende Fasern aufraut. Hierfür verwendest Du am besten eine Einscheibenschleifmaschine mit 120er Körnung. Wichtig ist, dass Du nach dem Schliff den Boden abermals gründlich reinigst. Nachdem der zweite Lackauftrag verstrichen ist, kann der Boden am Folgetag bereits begangen werden. Allerdings benötigt er etwa zwei Wochen, um gegen handelsübliche Haushaltsreiniger resistent zu sein. Erst dann ist der Lack voll belastbar. Für einen besonders widerstandsfähigen Boden empfiehlt sich gegebenenfalls ein dritter Anstrich.

Öle sorgen für eine weiche und angenehme Erscheinung
Das Ölen ist nach dem Lackieren die meist verbreitete Oberflächenbehandlung von Dielenböden. Öle sind nicht so hart wie Lacke und betonen die natürliche Holzmaserung. Die Dielen erscheinen mit einer Ölversiegelung weicher und angenehmer als mit Lacken. Manuell geölte Holzböden sind zudem partiell ausschleifbar. Jedoch ist die Auftragung von Natur- oder pigmentierten Ölen aufwendiger als das Versiegeln mit Lack.

Zunächst musst Du das Öl mit einer langflorigen Walze gleichmäßig auf den Boden auftragen. Nach etwa 30 Minuten kannst Du den Überschuss mit einem Wischer abziehen und das Öl mit der Einscheibenschleifmaschine ein massieren. Nach sechs Stunden Trocknungszeit solltest Du die Fläche mit einem feineren Schleifgitter nachbearbeiten, bis ein gleichmäßiger matter Glanz entsteht. Es empfiehlt sich, wie bei dem Wachs eine Oberflächenversiegelung nachzutragen.

Durch das Wachsen bleiben die Dielen atmungsaktiv
Wachse sind wie die Öle auch ein natürliches Produkt. Wachs dringt jedoch nicht so tief in das Holz ein wie Öl und das Material bleibt daher besser atmungsaktiv. Entscheidest Du Dich für ein farbloses Dekorwachs, so kannst Du es genauso wie ein Öl auf die Holzfäche auftragen und einmassieren. Hierbei reicht zwei Schichten aus. Farbige Dekorwachse hingegen benötigen eine zusätzliche Schutzschicht, da sich ansonsten mit der Zeit Laufspuren abzeichnen. Ein farbloses Hartwachsöl eignet sich ideal für diese oberste Schicht und die Farben des Dekorwachses bleiben lange frisch.

Eine weitere Möglichkeit die Farbigkeit gewachster oder geölter Holzböden mit der Oberflächenhärte von Lackversiegelungen zu verbinden, ist der Einsatz eines Öl-Lacks. Dieser haftet im Gegensatz zu Wasserlack auch auf Öl oder Wachs. Hierbei musst Du aber wiederum darauf achten, vor dem Auftragen die Oberfläche noch einmal mit einem 150er Schleifgitter anzuschleifen.

Fazit
Ob Du die Dielen mit Lack, Öl oder Wachs Versiegeln möchtest, hängt von der Intensität der Verwendung und dem angestrebten Raumeindruck ab. Lacke sind im Gegensatz zu Öl und Wachs robustere Versiegelungsmethoden, doch lassen sie sich nicht wie Öl partiell nachbessern. Dafür sind sie relativ leicht aufzutragen. Eine Ölversiegelung wirkt vor allem durch ein weiches und angenehmes Erscheinungsbild. Wohingegen eine Wachsversiegelung das Holz atmungsaktiv hält.

Bildquellenachweis: © Rainer Sturm / PIXELIO