Planung und Bau von TreppenWir steigen sie hinauf, wir gehen sie hinunter und nehmen sie dabei fast nicht mehr wirklich wahr – außer es streikt mal wieder der Fahrstuhl. Dabei gehört die Treppe nicht nur zu den elementarsten Bestandteilen eines jeden Hauses, sie ist in ihrer primitivsten Form bereits in frühen Hochkulturen nachweisbar. Einige erfreuen sich sogar besonderer Berühmtheit, so zum Beispiel die Spanische Treppe in Rom, die sizilianische „La Scala“ sowie die Potemkinsche Treppe in der ukrainischen Hafenstadt Odessa. Was jedoch nur wenige wissen: Treppen kann man auch ganz bequem selber bauen, sofern einiges vorher beachtet wird. Wir liefern die wichtigsten Fakten dazu:

Die Planung der Treppe
Geht es um eine Renovierung im eigenen Haus, sind große Komplikationen nicht zu erwarten. Weder müssen Vorarbeiten durchgeführt noch muss ein Statiker hinzugezogen werden, der den Deckenausschnitt berechnet. Nur die Frage, welche Treppe es denn nun sein soll, muss man selbst beantworten. Besonders geläufig sind gerade Treppen, viertel- oder halbgewendelte Treppen (mit „Kurven“ im 90 Grad- bzw. 180 Grad-Winkel) sowie Wendel- und Spindeltreppen. Hier entscheidet nicht nur individueller Geschmack, sondern auch bauliche Voraussetzungen und vor allem der verfügbare Platz. Um den baurechtlichen Vorschriften gerecht zu werden, ist für jede Treppenstufe eine (Lauf-)Breite von mindestens 80 cm vorgesehen, für eine größere Bequemlichkeit sind auch 100 cm möglich. Um die Zahl der Stufen zu ermitteln, hilft eine einfache Rechnung: Raumhöhe in cm : 18 cm = Stufenanzahl. Lässt sich diese Formel nicht immer zentimetergenau anwenden, sollte der verbleibende Rest – sofern er weniger als 9 cm ausmacht – gleichmäßig auf jede Stufe verteilt werden. Verbleibt ein Rest über 9 cm, empfiehlt es sich, eine zusätzliche Stufe einzubauen sowie die einzelnen Stufenhöhen entsprechend neu auszurechnen. Das passende Geländer sollte eine Höhe von etwa 90 cm aufweisen, wozu ein runder Handlauf eine gute optische Ergänzung bietet. Die Treppendurchgangshöhe sollte 2 m nicht unterschreiten. Ist man sich jedoch hinsichtlich seiner Berechnungen zu unsicher, kann auch der Rat eines Treppenherstellers oder Schreiners eingeholt werden.

Das richtige Material
Wer sich den Bau einer Treppe persönlich zutraut, kann in der Regel nicht auf allgemein gültige Bauanleitungen oder -pläne zurückgreifen und ist auf seine eigene Sorgfalt angewiesen. Mit den passenden Baumaterialien sind jedoch nur wenige Probleme zu erwarten. Stoffe wie Holz, Stein oder Beton eignen sich besonders für Treppen im Innenbereich, sie können beliebig miteinander kombiniert und dazu mit Parkett, Teppich oder Laminat verkleidet werden. Eine durchaus häufige Variante ist hier beispielsweise eine Treppe aus einem geschweißten und lackierten Gestell aus Vierkantrohr sowie Stufen aus Holz, die mit dem Gestell verschraubt werden.
Für Treppen im Außenbereich sind Steinplatten wie Granit oder Marmor häufig die richtige Wahl, aber auch Beton- oder Natursteine gelten als besonders beliebt.

Bau einer Holztreppe
Für den Bau einer einfachen Holztreppe greift man am besten auf Stufenhölzer zurück, die an einer Treppenwange befestigt sind. Im Baumarkt wird gemäß der bereits erwähnten Berechnungen das Stufenholz entsprechend zugeschnitten. Weiterhin benötigt werden Bretter für die Treppenwangen, die mindestens 5 cm dick sein müssen und die gesamte Länge der Treppe abdecken sollten. Ergänzt wird der Einkauf mit Dübeln und stabilen Gewindeschrauben aus Edelstahl. Nun kann es losgehen: Wangenseitig werden Löcher gebohrt und mit Holzleim fixierte Dübel eingelassen. Anschließend kommen die Stufen auf die Wangenhölzer, auf denen die Bohrlöcher vorgezeichnet werden. Stufen und Wangenholz werden nun mit Hilfe der Schrauben miteinander verbunden. Auch der Wangenlauf in der Wand wird mit Bohrlöchern und Dübeln versehen. Das Treppenkonstrukt wird nun aufgerichtet und dessen Wange mittels der vorbereiteten Bohrlöcher sowie mit Edelstahlschrauben an die Wand geschraubt. Um Stabilität auf beiden Seiten zu bewirken, werden die verbleibenden Wangenhölzer nach der gleichen Methode auf der freien Treppenseite angebracht – fertig ist die eigene Holztreppe für den Innenbereich. Das fehlende Treppengeländer ist schließlich im Baumarkt erhältlich. Hier bekommt man beispielsweise passende Metallrohre, entsprechend zugeschnittenes Holz oder dickere Seile, die ebenfalls als Handlauf dienen können.

Fazit
Entscheidend für die Wahl und den anschließenden Bau der Treppe ist nicht nur der individuelle Geschmack – wichtig sind auch die räumlichen Gegebenheiten, die betrachtet werden müssen. Hierfür müssen Stufenhöhe und -breite sowie die Treppendurchgangshöhe exakt berechnet werden. Schließlich soll der „von Stufen gebildete Aufgang“ (Duden) funktionalen wie optischen Ansprüchen genügen. Übrigens: Untersuchungen haben ergeben, dass durchgehende Treppen sicherer sind als Treppen mit Zwischenpodesten, weil hier der Gehfluss behindert wird. Dadurch ereignen sich an dieser Stelle die häufigsten Unfälle beim Treppensteigen. So gilt auch deshalb bei Bau und Planung von Treppen das gleiche wie beim Betreten derselben: Lieber auf Nummer Sicher gehen – und das vor allem vorsichtig!

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