Geerntetes Obst und Gemüse ideal lagern – im selbstgemachten Mini-ErdkellerHobbygärtner kennen das Problem: Wohin mit Obst und Gemüse, wenn die Ernte ansteht? Wer nicht gerade nur auf minimaler Fläche anbaut, muss sich Gedanken darüber machen, wo er die Früchte seiner Gartenarbeit am besten lagern kann. Lagerräume im Haus sind dafür in der Regel zu trocken und zu warm – der Kühlschrank selbstredend zu klein. Ideale Bedingungen für die Lagerung von Obst und Gemüse bietet dagegen ein Erdkeller. Schon seit Jahrhunderten sind die Vorteile einer solchen Vorratskammer im eigenen Garten bekannt. Das umgebende Erdreich sorgt für die notwendige Kühle und eine hohe Luftfeuchtigkeit, die das schnelle Austrocknen der gelagerten Lebensmittel verhindert. Um vom Nutzen eines Erdkellers zu profitieren, ist kein großer Aufwand erforderlich. Statt einen begehbaren Keller einzurichten, kann mit einfachsten Mitteln ein Lagerraum in der Erde geschaffen werden.

Mini-Erdkeller anlegen
Für die Anlage Deines kleinen Erdkellers eignet sich besonders ein großer alter Blechtopf, wie z. B. ein alter Dampfentsafter, oder ein Metalleimer. In den Metallkörper werden ein paar Zentimeter unterhalb des Randes Löcher gebohrt, die zur Belüftung dienen. Der Abstand zwischen den Löchern sollte etwa 10cm betragen. An einer geschützten Stelle im Garten wird der Topf bzw. Eimer dann bis zu der Lochreihe eingegraben. Da im Erdkeller Kondenswasser entstehen kann, wird eine Erhöhung benötigt, auf der Obst oder Gemüse gelagert wird, ohne mit dem sich ansammelnden Wasser in Kontakt zu kommen. Ein Blumenuntersetzer z. B., der umgedreht in den Topf gelegt wird, kann diesen Zweck erfüllen. Zum Schutz vor Witterungseinflüssen muss der Erdkeller mit einem Deckel verschlossen werden können.

Was lagern?
Für Lagerung und Verzehr über den Winter eignen sich die meisten Obst- und Gemüsesorten. Zu dem wenigen, das Du nicht einlagern solltest, gehören etwa Beeren oder weiche Pflaumen. Generell musst Du darauf achten, dass Du rechtzeitig erntest. Bei zu reifen Früchten ist die Haltbarkeit eingeschränkt. Obst oder Gemüse, das bereits schadhafte Stellen hat, sollte nicht eingelagert, sondern gleich verzehrt werden.

Wie lagern?
Bei der Lagerung ist darauf zu achten, dass schwereres Obst oder Gemüse zuerst hineingelegt wird und leichteres darüber. Unschöne Druckstellen können das Ergebnis sein, wenn diese Reihenfolge nicht eingehalten wird. Außerdem sollte Obst kühl sein, wenn Du es einlagerst. An einem warmen Tag Geerntetes solltest Du so lieber bis zum nächsten Morgen liegen lassen, bevor Du es in Deine neue Vorratskammer einbringst. Blätter, die nicht zum Verzehr vorgesehen sind, z. B. bei Möhren, sollten entfernt werden. Wenn Frost eintritt, musst Du Deinen Erdkeller schützen, um Schäden an der gelagerten Ernte zu verhindern. Zum Abdecken kannst Du hier Schilfrohrmatten oder Strohballen verwenden. Auch vor Nässe muss der Erdkeller selbstverständlich geschützt werden. Es empfiehlt sich, den Obst- und Gemüsevorrat regelmäßig zu inspizieren und verderbende Früchte auszusortieren, damit die Fäulnis nicht auf den gesamten Vorrat übergreift.

Fazit:
Die Vorteile eines Erdkellers kannst Du auch nutzen ohne mit größeren Baumaßnahmen einen unterirdischen Lagerraum anzulegen – einfachste Mittel genügen dazu: so etwa ein alter Eimer oder Blechtopf. Ist solch ein Mini-Erdkeller erst einmal angelegt, kommt es darauf an, die eingelagerten Lebensmittel vor Witterungseinflüssen zu schützen und sie regelmäßig auf Fäulnis zu kontrollieren. So kannst Du auch in langen Wintern gesundes Obst und Gemüse aus eigenem Anbau genießen!

Bildquellenachweis: © Dieter Schütz / PIXELIO