Lacke, Farben und Farbreste richtig entsorgen – Entsorgung vom SondermüllViele Gewerbetreibende und Unternehmen, die Müll herstellen und entsorgen, werden es kennen: das Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz. Vorgeschrieben wird hierbei gemäß eines Abfallschlüssels, welcher „überwachungsbedürftige“ Abfall wo und auf welche Weise verwertet oder beseitigt werden muss. Zum Glück wird der private Hobby-Heimwerker vor derartiger Bürokratie bewahrt und muss keine sogenannte „Abfallbilanz“ über die Entsorgung leisten. Doch wenn beim Renovieren, insbesondere beim Malern und Lackieren, Abfall entsteht, bleiben viele häufig ratlos zurück – wo gehören also Pinsel, Farben und Lacke nach der Benutzung hin?

Was gehört in den Sondermüll?
Zunächst gilt es zu klären, was unter Sondermüll zu verstehen ist. Gemäß einer EU-Richtlinie, die in einem sogenannten Abfallverzeichnis 839 Abfallarten aufführt, sind etwa die Hälfte hiervon als gefährlich eingestuft worden. Dazu zählen giftige, explosive, brennbare und nicht zuletzt gesundheitsschädliche Stoffe. Einige können der Wiederverwertung zugeführt, andere müssen beseitigt werden. Zu diesen Abfällen, die entweder an sich oder in besonders hoher Konzentration gefährlich und damit nicht recyclebar sind, gehören unter anderem Laborchemikalien, Lösemittel, Säuren, Laugen und Altpestizide. Aufgrund ihres Schwermetall- und Lösemittelanteils gehören nicht ausgehärtete Farbreste in Plastik- und Metallbehältern auf jeden Fall zum Sondermüll, genauso wie die Reste von Pinselreinigern und Verdünnern.

Farbreste – Entsorgen oder wiederverwenden?
Es sollte gut überlegt werden, ob die Farbreste nicht noch verwendet werden können. Sofern Eimer und Dosen in luftdichten Räumen und einigermaßen kühl aufbewahrt werden, sind sie noch innerhalb von zwei Jahren problemlos zu gebrauchen. Speziell Lackdosen sollten auf dem Kopf gelagert werden, da hierdurch die Gefahr einer Verhärtung reduziert wird. Wand- und Deckenfarben sind länger haltbar, wenn Du eine Folie auf die Oberfläche legst und anschließend den Eimer fest verschließt.

Sondermüll richtig entsorgen
Sind nur noch geringe und damit kaum nutzbare Farb- oder Lackreste im Eimer oder in der Dose vorzufinden, dann sollten die Behältnisse zunächst offen im Freien stehen, bis die Inhalte komplett ausgetrocknet sind. Da fast alle Produkte inzwischen mit dem Grünen Punkt des Dualen Systems gekennzeichnet sind, kann danach problemlos die Entsorgung in der Gelben Tonne erfolgen. Das gleiche gilt für hart gewordene Pinsel, Rollen und Gebinden mit getrockneten Farbresten. Farben und Lacke, die noch flüssig sind, müssen hingegen in den Sammelstellen für Altfarben, also bei einem Wertstoffhof oder einer mobilen Schadstoffsammlung abgegeben werden. Für letztere werden von den Stadtreinigungsunternehmen regelmäßig Termine und Standorte bekannt gegeben.

Fazit:
Das Bewusstsein für den richtigen Umgang mit gefährlichem Abfall ist nicht überall gleichermaßen angekommen. So landen giftige Chemikalien hierzulande noch viel zu häufig in der Hausmülltonne. Bedenkt man allein, wie wenige Milliliter Altöl oder eine kleine Batterie zur großflächigen Verseuchung des Grund- bzw. Trinkwassers beitragen können, wird einem die Wichtigkeit einer korrekten Entsorgung erst wirklich klar. So lässt sich speziell hinsichtlich Farben, Pinsel und Lacke zusammenfassen: Was trocken ist, darf in die Gelbe Tonne, Flüssiges muss zum Sondermüll – eine einfache und unverzichtbare Regel zum Schutz unserer Umwelt.

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