Holzterrasse anlegen - so geht'sViele Gartenbesitzer genießen es, im Sommer ihr alltägliches Leben ins Freie zu verlagern. Die Mahlzeiten werden draußen eingenommen, man versammelt sich zum Kaffee in der Nachmittagssonne oder genießt die lauen Abende im Garten. Der ideale Platz, an dem sich so ein gemütliches Wohnzimmer unter freiem Himmel einrichten lässt, ist eine Terrasse. Als Alternative zu einer klassischen gepflasterten Terasse, erfreuen sich Holzterrassen immer größerer Beliebtheit. Der Bau einer solchen Terrasse ist dabei auch für Heimwerker ohne große Erfahrung gar nicht so schwer.

Hölzer und Anstrich
Die für den Bau verwendeten Teile sollten aus demselben Holz sein. Geeignet sind etwa Fichte, Kanadische Zeder, Lärche, Europäische Eiche und natürlich die robusten Tropenhölzer sowie Kiefer und Tanne sofern sie kesseldruckimprägniert sind. Eine weitere Behandlung mit chemischem Holzschutz ist außer bei Tannenholz meist nicht nötig, sofern nicht das Entstehen von Patina und Grauschleier verhindert werden soll. Die Frage nach der Notwendigkeit eines Anstrichs muss so in der Regel eher von ästhetischen Gesichtspunkten ausgehend beantwortet werden.

Vorbereitung des Bauplatzes
Für den Bau einer Holzterrasse musst Du zunächst einen geeigneten Platz wählen. Diesen steckst Du dann mit Pfählen und einer Schnur ab. Diese soll Dir an allen ihren Punkten als Fixpunkt dienen, an dem Du Deine Arbeiten ausrichtest. Deshalb ist es wichtig, dass sie überall exakt befestigt und nicht durchhängt. Sofern der Bauplatz am Haus liegt, beginnst Du an der Gebäudeseite: Die Schnur sollte 10cm über der geplanten Terrassenoberfläche liegen. An zwei gegenüberliegenden Seiten sollte sie genau waagerecht gespannt sein. Das kannst Du mit Hilfe einer Wasserwaage überprüfen. An den anderen Seiten ist ein Gefälle von 2 bis 3% einzuplanen, damit Regenwasser später optimal abfließen kann. Liegt die Terrasse am Haus, so muss dieses Gefälle vom Haus wegführen.

Ausschachten und Untergrund präparieren
Von der Schnurhöhe ausgehend schachtest Du jetzt den Bauplatz aus. Die nötige Tiefe ergibt sich aus der Summe der einzelnen Höhen der verwendeten Bauteile (Betonplatten, Tragebalken und Belagbretter) plus 20 bis 25cm. In den ausgehobenen Raum bringst Du nun eine Schotterschicht von 15 bis 20cm Höhe ein und verdichtest diese mit Hilfe eines Handstampfers oder einer Rüttelplatte. Auf die Schotterschicht kommt nun noch eine Schicht Verlegesand von etwa 5cm. Mit einer Holzlatte ziehst Du die Oberfläche ab. Ob die einzelnen Schichten ausreichend massiv sind und gerade aufgebracht wurden, kannst Du bei jedem Arbeitsschritt ausgehend von der gespannten Schnur nachmessen.

Aufbau der Trägerkonstruktion
Auf den Sand legst Du nun Betonplatten als Auflage für die spätere Terrasse, sodass eine Art Raster entsteht. An den Außenseiten werden die Platten direkt an den Rand gelegt. Der Abstand zwischen ihnen sollte auf der gesamten Fläche nicht mehr als 60cm betragen. Wie alle Bauteile müssen auch sie an der gespannten Schnur ausgerichtet werden, also in einer Richtung waagerecht und in der anderen mit dem Gefälle von 2 bis 3% verlegt sein. Kleinere Korrekturen kannst Du mit einem Gummihammer vornehmen. Nun werden die Tragebalken aufgelegt, und zwar in der Richtung des Gefälles. Auf jede Plattenreihe des entstandenen Rasters kommt ein Balken. Wenn Deine Terrasse am Haus liegt, kannst Du die Tragebalken mit Winkeln an einem am Haus befestigten Querbalken befestigen.

Verlegen der Holzdielen
Nachdem das Untergerüst aus Balken fertig ist, beginnst Du am höchsten Punkt der Terrasse damit, die Belaghölzer zu befestigen. Diese verlaufen quer zum Gefälle und damit auch zu den Tragebalken. Die Dielen werden mit zwei Edelstahlschrauben je Auflagepunkt an den Balken befestigt. Zum Haus hin sollte ein Abstand von 5mm gegeben sein. Zwischen den einzelnen Belaghölzern sollte noch 3mm Platz sein. Abstandhalter aus Holzresten in der entsprechenden Größe sorgen für gleichmäßig große Lücken. Ist die Terrasse breiter als die verwendeten Hölzer, so ist darauf zu achten, dass nebeneinander verlegte Dielen sozusagen nicht in der Luft hängend, sondern auf einem Tragebalken zusammentreffen.

Seitenverkleidung
Ist die Terrassenoberfläche komplett, so müssen nur noch die Seiten verkleidet werden. Um zu verhindern, dass sich Mäuse und andere Tiere unter der Terrasse einnisten, solltest Du zunächst die Seiten mit Kaninchendraht bespannen. Erst dann wird die Verkleidung aus entsprechend zugeschnittenen Brettern darauf befestigt. Eine andere Möglichkeit ist die Befestigung der Ränder mit Betonbauteilen, z. B. vorgefertigten Randsteinen, Beeteinfassungen oder Palisaden. Die Bauteile werden befestigt, indem sie in den Boden eingelassen werden. Zwischen Dielen und Einfassung sollte ein Dehnungsabstand gelassen werden. Liegt die Terrasse sehr tief, so kannst Du auch einfach große Kieselsteine an ihrem Rand entlang verteilen.

Fazit:
Der Bau einer Holzterrasse ist nichts, was man dem versierten Fachmann überlassen muss. Wichtig ist dabei, dass die nötige Sorgfalt an den Tag gelegt wird: Bei der Vorbereitung des Untergrunds, dem Aufbau der Trägerkonstruktion und dem Zuschneiden und Verlegen der Dielen muss stets genau gemessen werden. Vorher solltest Du genau überlegen, wie die Terrasse später aussehen soll. Danach entscheidest Du dann, welches Holz Du verwenden möchtest, und gegebenenfalls auch über einen Anstrich.

Bildquellenachweis: © Ulrike Linnenbrink / PIXELIO