Erfolgreich tapezieren - Zuschneiden, Kleistern, AnstreichenSoweit die Vorbereitung fürs Tapezieren – Materialbeschaffung sowie die Präparierung der Tapezierfläche – abgeschlossen ist, steht im Folgenden die Hauptarbeit an. Was ein erfolgreicher Tapezierer hierfür am meisten gebrauchen kann, ist vor allem jede Menge Ruhe und ein gutes Auge: Sowohl das Einkleistern der Tapetenstreifen als auch das Ausloten der ersten Bahn erfordert Fingerspitzengefühl und Geduld. Sind jedoch die ersten Hürden überwunden, stellt die weitere Arbeit den Hobbyheimwerker vor keine großen Herausforderungen mehr.

Das Zuschneiden der Tapete
Als erstes wird die Tapete mit dem Muster bzw. der Rückseite nach oben auf dem Tapeziertisch abgerollt. Auch wegen möglichen Verschnitts sollten insgesamt 10 Zentimeter dazu kalkuliert werden. Mit einem Tapetenmesser oder einer Tapezierschere schneidest Du nun die entsprechenden Bahnen zu. Bei Tapeten mit Mustern solltest Du vor allem auf die Musterübereinstimmung (die sogenannten Rapportangaben) achten. Gerade die Maße jener Teilstücke, die an Fenstern oder Türen angebracht werden, müssen dabei besonders sorgfältig zugeschnitten werden.

Das Einkleistern der Tapete
Die vorbereiteten Bahnen werden nun sorgfältig mit einer Kleisterbürste von der Mitte aus zu den beiden Enden hin bestrichen. Du solltest vor allem auf ein gleichmäßiges und vollständiges Auftragen achten; gerade an den Rändern dürfen keine Flächen übersehen werden, damit sich die Tapete nicht eines Tages allmählich vom Untergrund zu lösen beginnt. Damit die jeweilige Bahn ordentlich durchgeweicht wird und sich zusätzlich ausdehnen kann, klappst Du das obere Ende zu ⅔ sowie das untere Ende zu ⅓ zusammen. Achte hier vor allem auf das exakte Aufeinanderliegen der Längskanten und vermeide ein zu starkes Umknicken. Misslingt Dir dieses Vorhaben am Anfang, kannst Du die Tapete erneut ausrollen und es gleich nochmal versuchen. Je nach Tapetenart beträgt die Zeit des Einweichens etwa fünf bis zehn Minuten – danach besteht das Risiko, dass die Tapete beim erneuten Ausrollen einreißt und Schaden nimmt.

Das Ausloten der Tapete
Kaum eine Wand innerhalb eines Raumes verläuft exakt senkrecht. Für die erste Bahn muss der Verlauf exakt ausgelotet werden oder mit Hilfe einer Wasserwaage und einem Bleistift eine senkrechte Linie gezeichnet werden.

Das Aufkleben der Tapete
Nun ist es soweit: Die Tapete wird angebracht. Dazu hältst Du die Tapetenbahn mit leichtem Überstand und beiden Händen am oberen Rand fest, setzt sie entlang der Markierung an und lässt sie sich nun vorsichtig nach unten hin entfalten. Liegt die Tapete exakt an der vorbestimmten Stelle, kann sie mit einer Bürste oder Rolle angedrückt werden. Gestrichen wird von innen nach außen und von oben nach unten, und das vor allem so fest, damit keinerlei Blasen übrigbleiben. Überschüssigen Kleister tupfst Du am besten mit einem feuchten Tuch ab, überstehende Teile lassen sich am besten mit einem Cutter oder einer Schere entfernen. Für die Anbringung der weiteren Tapetenflächen hilft die Orientierung an der ersten Bahn; damit jedoch die weiteren Bahnen nicht doch noch schief zu werden drohen, solltest Du regelmäßige Überprüfungen mit Lot oder Wasserwaage vornehmen.

Das Trocknen der Tapete
Schließlich muss die Tapete ordentlich trocknen. Um eine gleichmäßige Trocknung zu garantieren, solltest Du sowohl auf übermäßige Zugluft als auch auf allzu große Wärme verzichten. Mit einer Raumtemperatur von 18 bis 20 Grad liegst Du genau richtig.

Fazit
Schritt für Schritt entsteht ein neues Wohngefühl – eine neue Tapete sorgt schließlich nicht nur für optische Highlights, sondern steigert auch das Wohlbehagen innerhalb der eigenen vier Wände. Jedoch funktioniert dies nur mit viel Gründlichkeit, denn sonst kommt Vergangenes schneller zum Vorschein, als einem lieb ist. Deshalb sind für das perfekte Tapezieren vor allem ein genauer Zuschnitt, das richtige Timing beim Einweichen sowie ein gründliches Aufkleben besonders wichtig.

Bildquellenachweis: © Stephanie Hofschlaeger / PIXELIO