Erfolgreich tapezieren - Nichts geht über eine perfekte VorbereitungIrgendwann kommt die Zeit, und es lässt sich nicht verhindern: Das Tapezieren. Sei es beispielsweise, weil dringende Renovierungsarbeiten dies erfordern, oder weil der Familienrat einstimmig die Umgestaltung der Wohnung bzw. des Hauses beschlossen hat. Bilder von verzweifelten Do-it-yourself-Anhängern auf wackligen Trittleitern, hoffnungslos verheddert in einem Knäuel von Tapete und Kleister, kennen viele und lassen den Heimwerker im Zweifel eher auf professionelle und kostspielige Maler und Lackierer zurückgreifen. Das ist nicht notwendig, denn gerade eine gute und akribische Vorbereitung erleichtert das Anbringen der Tapete erheblich. Wir informieren Dich, was dabei alles zu beachten ist:

Die richtige Tapete
Wie wir bereits berichteten, gibt es viele unterschiedliche Tapetenarten, deren Nutzung von der jeweiligen Raumlage sowie der Beschaffenheit des Untergrundes abhängig ist. Für Anfänger eignen sich insbesondere Vliestapeten. Vorteil: Der Kleister wird direkt auf die Wand aufgetragen und die Tapete anschließend angebracht. Tapeten aus Textil, Metall oder Naturwerkstoff eignen sich eher für Profis, da deren Oberfläche wesentlich empfindlicher als die von Raufaser- oder Vinyltapeten ist.

Vor dem Kauf muss natürlich auch der zu tapezierende Raum ausgemessen werden. Diese Werte geben Aufschluss darüber, wie viele Rollen letztendlich gekauft werden sollten. Da später häufig die gewünschten Produktionschargen nicht oder nur noch schwer erhältlich sind, solltest Du besser zwei oder drei Rollen mehr als zunächst berechnet dazu kaufen.

Das Werkzeug zum Tapezieren
Im Falle zu weniger vorhandener Tischflächen lohnt sich die Anschaffung eines Tapeziertisches. Häufig werden diese sogar vermietet. Im Falle eines Neukaufs solltest Du auf die notwendige Stabilität achten. 50 Euro darf deshalb ein guter Tapeziertisch schon mal kosten. Neben diesem sind jedoch einige weitere Werkzeuge zu berücksichtigen, auf die keineswegs verzichtet werden kann. Hierzu gehören: Tapezierspachtel, Tapezierbürste, Tapezierschere, Nahtroller, Zollstock, Bleistift, Moosgummirolle, Lot, Tapeziermesser, Kanten-Schneideschiene, Eimer und Stielspachtel.

Der Kleister für die Tapete
Die richtige Wahl des Kleisters hängt vor allem von der Art der Tapete ab. Gewöhnliche Kleistersorten werden zumeist in kaltes Wasser eingerührt. Nach 20 bis 30 Minuten können sie in der Regel angewendet werden. Dies gilt allerdings nicht für die Verwendung von Raufaser- und Prägetapeten, die ganz speziellen Kleister benötigen. Bei hochwertigen Tapeten wird hingegen mit Dispersionskleber gearbeitet. Vor allem in Feuchträumen wie dem Badezimmer muss dieser Kleber häufig zum jeweiligen Kloster hinzugegeben werden, damit eine längere Haltbarkeit der Tapete erreicht werden kann. Genauere Hinweise dazu sind aber in der Regel auf den entsprechenden Beipackzetteln zu finden.

Der Untergrund zum Tapezieren
Die Vorbereitung des Untergrundes erfordert nicht nur viel Mühe und Nerven – vor allem kostet sie Zeit. Nur von jeglichen Tapetenresten komplett befreite Wand- oder Deckenflächen garantieren ein nachhaltiges Aufbringen der neuen Tapete ohne größere Probleme. War zuvor eine sogenannte „spaltbar abziehende“ Tapete an der Wand, wird die nachfolgende Arbeit spürbar erleichtert: Die unterste Tapetenschicht bleibt an der Wand und bietet einen hervorragenden Untergrund für neue Tapeten. Im anderen Fall hilft nur ein Tapetenablöser – und jede Menge Geduld.

Ein wichtiges Kriterium für die Haltbarkeit ist vor allem, dass der Untergrund sauber und fest sowie trocken und rissfrei ist. Welche Saugfähigkeit der Untergrund aufweist und ob er eventuell grundiert bzw. vorgekleistert werden muss, lässt sich ganz einfach feststellen: Wenn Du den Untergrund mit etwas Wasser benetzt und dieses daraufhin vom Grund abperlt, liegt nur eine schwache Saugfähigkeit vor; zieht das Wasser ein, ist die Saugfähigkeit höher und die Tapete würde sich entsprechend länger auf dem Untergrund halten. Bei schwacher Saugfähigkeit wird das Auftragen einer sogenannten Rollenmakulatur empfohlen, bei allzu starker Saugfähigkeit (hier färbt sich beim Wassertest die Stelle des Grundes dunkel) solltest Du die Wand mit Kleister sowie etwa 10 l Wasser pro  Packung Kleister vorbereiten.

Fazit
Eine gute Vorbereitung stellt die Grundlage für ein problemloses Tapezieren dar. Wichtig ist dabei besonders, dass sämtliche Werkzeuge sofort verfügbar sind, dass der passende Kleister (gegebenenfalls mit Wasser oder Dispersionskleber im richtigen Mischungsverhältnis) ausgesucht wird und nicht zuletzt der Untergrund akribisch vorbereitet wird. Im nächsten Schritt wird dann die neue Tapete angebracht – mit unseren Tipps garantiert ohne nervraubende Akrobatik auf wackligen Leitern.

Bildquellenachweis: © Rainer Sturm / PIXELIO