Steckdosen selbst installieren – einfacher als gedachtBei Planung und Innenausbau von Haus oder Wohnung wird in der Regel gründlich überlegt, wo später für den Betrieb von elektrischen Geräten Steckdosen zur Verfügung stehen sollten. Trotzdem kann nicht ausgeschlossen werden, dass einmal an der entscheidenden Stelle ein Zugang zum Stromnetz des Hauses fehlt. Wenn man nicht mit Verlängerungskabeln arbeiten will, ist dann eine nachträgliche Installation einer Steckdose erforderlich. Und die ist einfacher als Du vielleicht denkst. Klar bleibt natürlich, dass bei Arbeiten an Stromleitungen besondere Sorgfalt geboten ist.

Das brauchst Du dazu:
– Phasenprüfer oder Zweipol-Spannungsprüfer
– Stegleitung (NYIF) oder Mantelleitung (NYM) mit Aderquerschnitt ab 1,5mm²
– Steckdose / Aufputzsteckdose
– Schraubenzieher
– ggf. Kabelschellen oder Kabelkanal, Schrauben und Dübel

Sicherheit geht vor
Bevor Du dich ans Werk machst, solltest Du überprüfen, ob Deine elektrische Anlage über einen Fehlerstrom-Schutzschalter (FI-Schalter) verfügt. Ist dies nicht der Fall, so kann es sein, dass die zusätzliche Installation von Steckdosen nicht zulässig ist. Im Zweifelsfall ist es besser, einen Fachmann zu Rate zu ziehen als irgendein Risiko einzugehen – sowohl was technische als auch rechtliche Fragen anbelangt. Die Installation einer neuen, zusätzlichen Steckdose beginnt an einer vorhandenen Verteiler-, Steck- oder Auslassdose. Selbstverständlich musst Du diese aber zunächst vom Strom nehmen, bevor Du loslegst. Dazu schaltest Du die entsprechende Sicherung aus bzw. schraubst sie heraus. Sicherheitshalber solltest Du noch einmal überprüfen, ob die Stromzufuhr auch wirklich unterbrochen ist. Dazu verwendest Du einen Phasenprüfer oder einen Zweipol-Spannungsprüfer und prüfst alle Leitungsadern der Installation, an der die Zuleitung zu Deiner neuen Steckdose beginnen soll. Nirgends darf Strom fließen.

Eine Zuleitung legen
Für die Verlegung des neuen Kabels unter Putz verwendest Du eine Stegleitung (NYIF), über Putz oder Holz bzw. durch Hohlwände eine Mantelleitung (NYM), wobei das Kabel in jedem Fall einen Aderquerschnitt ab 1,5mm² haben sollte. An einer ungenutzten Kabeldurchführung der vorhandenen Dose, die zum Verlauf der neuen Leitung passen sollte, kannst Du diese anschließen. Dazu wird das Kabel an beiden Enden etwa 10cm weit von der äußeren Isolation befreit und das eine Endstück mit nun fehlender Außenisolation in die vorhandene Dose geschoben. Bei der Verlegung unter Putz musst Du darauf achten, dass bestehende Leitungen beim Aufstemmen der Wand nicht beschädigt werden. Das Kabel sollte immer etwa 1cm unter der Wandoberfläche liegen, die neue Steckdose bündig mit der Oberfläche abschließen. Die Verlegung an der Oberfläche erfolgt mit Hilfe von Kabelschellen oder einem Kabelkanal. In diesem Fall wird eine Aufputzsteckdose verwendet, die meist mit Dübeln und Schrauben an der Wand befestigt wird.

Die neue Steckdose anschließen
Erst wenn das Kabel komplett verlegt und ggf. verputzt wurde, sollte das Anschließen vorgenommen werden. Dazu wird an beiden Enden auch die innere Isolation etwa 1cm weit entfernt. Die drei dünnen, farbigen Kabel (grün-gelber Schutzleiter, blauer Mittelleiter und schwarzer Außenleiter) werden an der Ausgangsdose an die entsprechenden vorhandenen Leitungen angeschlossen. An der neu zu installierenden Steckdose werden die schwarze und die blaue Leitung mit den zu den Metallzungen in den beiden Steckdosenlöchern führenden Anschlüssen verbunden. Das grün-gelbe Kabel muss am Schutzleiteranschluss angebracht werden, der zu den in der Steckdose offenliegenden Metallkontakten führt. Danach setzt Du die Steckdose in die Wanddose ein und bringst noch Rahmen und Abdeckung an bzw. befestigst die Aufputzsteckdose an der Wand.

Korrekte Installation überprüfen
Nachdem Du die Sicherung wieder eingeschaltet bzw. eingedreht hast, solltest Du die Funktion der neuen Steckdose noch einmal überprüfen. Dazu verwendest Du wieder Phasenprüfer oder Zweipol-Spannungsprüfer. In beiden Steckdosenlöchern sollte nun Spannung vorhanden sein – an den offenliegenden Schutzkontakten dagegen keinesfalls.

Fazit:
Die Installation einer Steckdose ist einfacher als Du vielleicht denkst. Wichtig ist dabei, dass Du – wie immer beim Umgang mit stromführenden Leitungen – sorgfältig vorgehst und Dich vor Beginn der Arbeiten vergewisserst, dass kein Strom fließt, und nach Beendigung der Arbeiten, dass alle Leitungen korrekt angeschlossen wurden.

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