Strom- oder Gasanbieter insolvent – was nun?Der Strom- und Gasanbieter Teldafax hat am 14. Juni 2011 Insolvenz angemeldet. Betroffen sind davon über 600.000 Kunden in ganz Deutschland. Ganz generell stellt sich angesichts dessen die Frage, welche Auswirkungen die Pleite eines Versorgers haben kann. Werden die Energielieferungen eingestellt? Was sind die finanziellen Folgen für die Kunden und wie kann man sich schon im Vorhinein gegen mögliche Risiken absichern?

Versorgung kann nicht gekappt werden
Viele Menschen scheuen einen Wechsel des Strom- oder Gasanbieters aus Angst, sie könnten im Dunkeln bzw. im Kalten sitzen, wenn es beim Wechsel Schwierigkeiten gibt oder der neue Anbieter nicht vertrauenswürdig ist. Im Gegensatz z. B. zu Telekommunikationsverträgen ist jedoch bei der Versorgung mit Strom und Gas gesichert, dass es nicht zu einem Ausfall der Belieferung kommen kann. Im Zweifelsfall springt immer der örtliche Grundversorger ein und schließt die Lücke. Solange also der Kunde seinen vertraglichen Verpflichtungen nachkommt und für Strom und Gas zahlt, kann ihm nichts passieren. Das gilt auch bei einer Insolvenz des Strom- oder Gasanbieters.

Riskante Vorauszahlungen vermeiden
Die Gefahr, von der Belieferung abgeschnitten zu werden, besteht also nicht. Wie sieht es aber mit finanziellen Risiken aus, die Dir als Kunde eines insolvent gewordenen Unternehmens entstehen? Um diese Risiken möglichst klein zu halten, gilt es beim Abschluss von Versorgungsverträgen einiges zu beachten. So locken zwar verschiedene Anbieter mit besonders günstigen Tarifen bei Vorauszahlung oder Leistung einer Kautionszahlung, das vermeintliche Schnäppchen kann sich aber auch schnell als Falle herausstellen, wenn die betreffende Firma in finanzielle Schwierigkeiten gerät. Dann nämlich ist das im Voraus in der Regel für ein Jahr gezahlte Geld womöglich weg, im schlimmsten Fall bevor dafür irgendeine Leistung erbracht wurde. Verträge mit Vorauszahlung können Dir also, wenn alles gut geht, maximale Ersparnis einbringen, im schlimmsten Fall aber viel Ärger und finanzielle Verluste.

Vertragskunde eines insolventen Versorgers
Was aber, wenn Du bereits Kunde eines zahlungsunfähig gewordenen Unternehmens bist? Bestehende Verträge werden durch einen Insolvenzantrag oder die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens keineswegs nichtig. Ebenso bestehen die vereinbarten Kündigungsfristen weiter. Solange Strom bzw. Gas geliefert wird, sind die Kunden selbstverständlich verpflichtet, dafür zu zahlen. Verbraucherschützer raten aber dazu, Einzugsermächtigungen zu widerrufen und nur noch für tatsächlich verbrauchte Energie zu zahlen. Wenn Du eine Vorauszahlung für einen längeren Verbrauchszeitraum vereinbart hast, solltest Du schnell aktiv werden, sofern es noch nicht zu spät ist. Wenn die Abbuchung per Einzugsermächtigung nicht länger als sechs Wochen zurückliegt, kannst Du Deine Bank beauftragen, das Geld zurückzuholen. Ist diese Frist überschritten, bleibt Dir nichts anderes übrig, als Dich mit Deinen Forderungen schriftlich an den Insolvenzverwalter des Unternehmens zu wenden. Voraussetzung ist natürlich, dass überhaupt ein Insolvenzverfahren eröffnet wurde. Darüber, ob dies der Fall ist, kannst Du Dich auf der Seite Insolvenzbekanntmachungen.de informieren. Die Chancen, dass Du Deine Vorauszahlung wiedersiehst, stehen dabei ziemlich schlecht.
Erst wenn die Energielieferungen ausbleiben, können die bestehenden Verträge aufgelöst werden. In diesem Fall kommst Du zunächst automatisch in die Grundversorgung des örtlichen Strom- und Gasanbieters. Der Tarif ist dabei meist eher ungünstig, jedoch kann der Versorgungsvertrag ohne längere Kündigungsfristen beendet werden. So steht einem relativ schnellen Wechsel zu einem günstigeren Anbieter nichts im Wege. Die an Deinem Wohnort verfügbaren Anbieter und Tarife kannst Du dazu ganz einfach online vergleichen, z. B. gleich hier mit dem Tarifrechner von Haus-Heimwerker.de.

Fazit:
Als Kunde eines insolventen Versorgers wirst Du in keinem Fall ohne Gas oder Strom dastehen, solange Du Deinen vertraglichen Verpflichtungen nachkommst. Finanzielle Verluste sind dagegen nicht ausgeschlossen. Um diesen vorzubeugen, solltest Du auf Tarife mit langfristigen Vorauszahlungen oder Kautionen verzichten – es sei denn, Du liebst das Risiko…

Bildquellenachweis: © Stefan Göthert / PIXELIO