Kohle, Brikett und Barbecue - Wissenswertes zum GrillenOb ein romantisches Dinner zu zweit auf dem Balkon, eine vergnügte Feier mit Freunden im Park oder ein gemütliches Zusammensein mit der Familie auf der heimischen Terrasse – Grillen passt fast immer. Nicht nur aufgrund des geschmacklichen Vergnügens, sondern auch wegen des Gemeinschaftserlebnisses wird der Beginn der Grillsaison von vielen Deutschen oft sehnsüchtig erwartet. Wer jedoch ein echter Grillmeister werden will, der hat sich mit einer äußerst diffizilen Wissenschaft auseinanderzusetzen. Wir helfen dabei und erläutern einige wichtige Fakten rund ums Brutzeln, Schwenken & Co.:

Holzkohlegrill oder Elektrogrill
Wenn es nach den Satzungen der meisten Grillsportvereine geht, kann es nur eine Wahl geben: niemals Elektrogrill! Die wahren Romantiker unter den Grillfreunden schwören seit je her auf den Holzkohlegrill. Dafür nimmt man die längere Vorbereitungszeit auch gerne in Kauf: Vom Anzünden der Kohle bis zur besten Glut dauert es etwa eine halbe Stunde. Mit einem speziellen Grillanzünder vermeidet man hierbei nicht nur unnötige Flammenbildungen, wie sie beim Einsatz von Brennspiritus zustande kommen können, sondern auch jede geschmackliche Beeinträchtigung des Grillgutes. Beim Kauf des Grills, egal ob es sich um einen Kugel-, Camping- oder traditionellen Gartengrill handelt, wird empfohlen, besonders auf ein Gerät mit einer Glutwanne aus Edelstahl zu achten: Diese erleichtert nicht nur die Reinigung danach, sondern bietet auch eine besonders hohe Hitzebeständigkeit. Zudem sollte der Grillrost höhenverstellbar sowie klappbar sein.

Wer sich dagegen um Vereinssatzungen und Moralapostel wenig schert, wird die Vorteile eines Elektrogrills zu schätzen wissen: Nicht nur lässt sich dieser auch an regnerischen Tagen problemlos im Haus einsetzen; er ist auch wesentlich gesünder als die traditionellere Grill-Variante. Da weder Fleischsaft noch Marinade auf die Heizstäbe gelangen können, entstehen keine giftigen Dämpfe, die das Grillvergnügen zum gesundheitlichen Risiko machen. Nicht zuletzt sorgt der Strom für schneller durchgegartes Grillfleisch, auch wenn dafür eine kleinere Grillfläche als beim Holzkohlegrill hingenommen werden muss.

Holzkohle oder Briketts
In Sachen Kohle und Anzündhilfen sich Traditionalisten und Modernisten beim Holzkohlegrill ebenso unnachgiebig gegenüber. Ein Pluspunkt für die Holzkohle: Aufgrund ihres unbearbeiteten Holzanteils ist sie einfach entzündbar und glüht nach ca. 25 bis 30 Minuten. Dafür bietet sie mit einer Brenndauer von 1 Stunde zumeist nur ein kurzes Grillvergnügen, wenn man keine weitere Holzkohle nachlegen will. In der Regel gilt dabei ein hoher Preis als ein hoher Qualitätsnachweis des entsprechenden Holzkohleproduktes. Einen guten Hinweis auf Hochwertigkeit gibt darüber hinaus ein Gütesiegel auf der Verpackung, das sogenannte DIN-Certco-Zeichen. Holzkohlebriketts bestehen hingegen aus Kokosfaser oder Holzkohlestücken, die mit pflanzlicher Stärke gepresst werden. Zwar sind die Briketts schwerer zu entzünden und brauchen bis zu 50 Minuten bis zum Erreichen der besten Glut; sie besitzen jedoch wegen der höheren Temperaturen eine deutlich längere Glutperiode als die „zusatzfreie“ Holzkohle – 3 bis 5 Stunden Grillzeit sind problemlos möglich. Nicht zuletzt entsteht am Ende des Grillvorgangs deutlich weniger Asche. Dafür muss auch ein höherer Preis gezahlt werden: 15 bis 25 Euro kosten Grillbriketts in gewöhnlichen 10 kg Säcken. Wer die Briketts deshalb häufiger verwenden will, dem wird dazu geraten, die Lüftungsschieber des Grills zu schließen und das Gerät abzudecken, bis die Briketts von selbst verglühen.

Erlaubt oder nicht erlaubt?
Einheitliche Regelungen, in welcher Form und wann Grillen gestattet ist, gibt es in Deutschland nicht. So wurden in verschiedenen Bundesländern teilweise äußerst unterschiedliche Urteile gefällt. Grundsätzlich gilt: Wenn im Mietvertrag das Grillen auf Balkon und Terrasse eindeutig untersagt ist, muss sich der Mieter daran halten. Doch auch bei einer Erlaubnis seitens des Vermieters oder Eigentümers gibt es Einschränkungen:  Wenn vermehrt Rauch entsteht und Nachbarn sich belästigt fühlen, ist man rechtlich im Nachteil. So können bayerische Grillfreunde schon mal dazu gezwungen werden, ihren Grill deutlich entfernt vom angrenzenden Grundstück aufzustellen; das Oberlandesgericht Düsseldorf entschied sogar einen grundsätzlichen „Grillstopp“ bei zu starker Rauchentwicklung. Besonders unübersichtlich ist die Rechtslage in Bezug auf das Brutzeln auf dem Balkon. Während das Bonner Amtsgericht die Benutzung des Balkons als Grillplatz erlaubt (wenn auch nur einmal im Monat mit vorheriger Ankündigung), darf in Hamburg nicht mal ein simpler Einmalgrill zum Einsatz kommen. Irritierend verhält es sich auch mit den Grillzeiten: Zwar müssen die gesetzlichen Ruhefristen (Nachtruhe ab 22 Uhr) grundsätzlich eingehalten werden; das Oberlandesgericht Oldenburg entschied jedoch, dass viermal im Jahr auch bis 0 Uhr gegrillt werden darf.

Einigkeit herrscht aber über das Grillen in öffentlichen Parkanlagen: Wo nichts ausgeschildert ist, darf nicht gegrillt werden. Das gilt besonders für Berlin, wo dem grillfreudigen Hauptstädter ein Bußgeld von bis zu 5000 Euro blüht, wenn er die entsprechenden Verbote ignoriert.

Fazit:
Grillen macht Spaß – natürlich nur, wenn es nachgewiesenermaßen erlaubt ist. Wer Rücksicht nimmt und den schnellen Grillspaß schätzt, greift auf Elektrogrills zurück. Sowohl die einfache Handhabung als auch die Umweltverträglichkeit sowie das geringe Gesundheitsrisiko lässt den Holzkohlegrill im Vergleich ziemlich alt aussehen. Dieser wiederum bietet – mit den richtigen Holzkohlebriketts – ein größeres und länger anhaltendes Grillvergnügen sowie den unschätzbaren Respekt von langjährigen Grillprofis, deren immenser Stolz Hilfsmittel wie Strom, Alufolie und Grilluntersätze verbietet. Unabhängig davon lautet aber beim Grillen die allseits gültige Devise: Erlaubt ist was schmeckt.

Alles für Dein Grillfest findest Du auch bei Amazon – Sommer-Sonderangebote bis zu 60% reduziert >>

Bildquellenachweis: © josupewo / PIXELIO