Schneller bauen dank staatlicher Förderung: Wohn-Riester BaufinanzierungSeit 2008 gibt es inzwischen das sogenannte Eigenheimrentengesetz. Damit wurde Wohn-Riester, wie das Gesetz inzwischen im Volksmund geläufiger ist, zum „Nachfolger“ für die Eigenheimzulage, die noch zuvor die wichtigste staatliche Förderung bei der Finanzierung einer Wohnimmobilie darstellte. Ob mit Wohn-Riester tatsächlich der Einzug ins eigene Traumhaus schneller erfolgt als ohne staatliche Förderung, gilt es zu überprüfen.

Was ist Wohn-Riester?
Das Ziel von Wohn-Riester ist die staatliche Förderung von Wohneigentum als wesentlicher Beitrag zur privaten Altersvorsorge und zum mietfreien Wohnen im Alter. Wer einen Riester-Vertrag besitzt, hat seit 2010 die Möglichkeit, bis zu 75 % oder 100 % seiner geförderten Ersparnisse in den Erwerb einer Immobilie zu investieren. Zu diesen Guthaben gehören auch Riester-Rentenversicherungen, Riester-Fondssparverträge und Riester-Banksparpläne.

Bei einem Darlehensvertrag mit der Bausparkasse wird die Rückzahlung des Kredites staatlich gefördert. Diese Zulage wird direkt für die Tilgung des Darlehens aufgewendet. Die Besteuerung der staatlich geförderten Tilgungsleistungen erfolgt ab jenem Zeitpunkt, der zuvor im Darlehensvertrag festgelegt worden ist, nämlich über ein sogenanntes Wohnförderkonto. Dieses Konto „speichert“ sämtliche geförderte Beiträge. Hierbei werden sowohl steuerliche Vergünstigungen als auch geförderte Tilgungsleistungen inklusive Zulagen einbezogen. Jährlich wird das Kapital des Kontos um 2 % verzinst. Nach Ablauf der Sparfrist und mit Beginn der Auszahlungsphase wird dann der zu versteuernde Kontobetrag zur normalen Steuerlast hinzugerechnet, abhängig von der jeweiligen Renten- und Einkommenshöhe des Bauherren. Wer gleich das komplette Wohnförderkonto auflöst, bekommt einen Nachlass von 30 % gewährt, muss aber im Jahr der Auflösung mit satten Steuerzahlungen rechnen.

Wer wird gefördert?
Einen grundsätzlichen Anspruch auf Wohn-Riester haben u.a. alle Pflichtversicherten in der gesetzlichen Rentenversicherung sowie Beamte. Für Selbständige gelten allerdings einige Einschränkungen.

Wie hoch ist die Förderung?
Bis zu 154 Euro beträgt die Höhe der jährlichen Grundzulage pro Person und Jahr. Dazu gibt es Zulagen von 185 bis 300 Euro für jedes Kind. Familien mit hohem Einkommen profitieren dabei von weiteren Steuervorteilen. Bei einer solch raschen Kredittilgung bleibt am Ende nicht selten noch was übrig für neues Mobiliar: Das zurückgelegte Vermögen, das im Rahmen einer Riester-Förderung und bei Renteneintritt ausgezahlt wird, kann sich zum Beispiel bei Darlehen von 200.000 Euro auf bis zu 50.000 Euro belaufen, sofern man den Höchstbetrag einzahlt, nämlich 4 % des sozialversicherungspflichtigen Einkommens pro Jahr.

Was ist ein Riester-Kombikredit?
Kombikredite bestehen aus einem tilgungsfreien Darlehen sowie einem Bausparvertrag. Bei den Riester-Kombikrediten wird Dir nach Abschluss der Finanzierung ein Vorausdarlehen ausgezahlt; hierfür müssen dann nur Zinsen gezahlt werden. Als Ersatz für die Tilgung wird ein Wohn-Riester-Bausparvertrag abgeschlossen: Die vereinbarte Vertragssumme entspricht hierbei der Kreditsumme. Mit Beginn der Zuteilungsphase wird das Vorausdarlehen durch die vereinbarte Vertragssumme ersetzt und das Bauspardarlehen zurückgezahlt, Riester-Zulagen gibt es dabei weiterhin. Was jedoch beachtet werden muss: Spätestens bis zum 68. Lebensjahr müssen Vorausdarlehen sowie Bauspardarlehen komplett getilgt sein.

So kompliziert, wie das Modell klingt, so offenkundig sind auch die Vor- und Nachteile eines Riester-Kombikredits: Der Hausbauer kann sofort auf verfügbare Investitionsmittel zurückgreifen, dazu stehen die Zinsrate sowie die Laufzeit des Darlehens oft für 20 Jahre und länger unabänderlich fest. Baufreudigen, die es bei der Ratenzahlung lieber flexibler haben, ist davon jedoch eher abzuraten – wer beispielsweise mehr tilgen will als vereinbart, kann am Ende sogar noch draufzahlen.

Fazit
Fast 500.000 Deutsche haben bereits Wohn-Riester-Verträge – und die Beliebtheit dieser Form der Altersvorsorge nimmt weiter zu, vor allem bei kinderreichen Familien: Hier  kann man besonders viele Zulagen kassieren. Aber auch für andere Pflichtversicherte sind die weiteren Vorteile offensichtlich: Mit den Zuschüssen vom Staat lässt sich die Tilgung spürbar beschleunigen, vermögendere Bauherren profitieren dagegen deutlich von den Steuervorteilen. Ob einfacher Sofortkredit, Bausparvertrag oder Kombinationsmodelle: Wer die verschiedenen Angebote und Möglichkeiten miteinander vergleicht, ist klar im Vorteil – und kann am Ende auch mit der Unterstützung von „Vater Staat“ rechnen.

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