Gartenarbeit im Juni: mit der richtigen Pflege jetzt für längere Blühzeiten und eine reiche Ernte vorsorgenIm Juni wird der Hobbygärtner für seine Arbeit in den vorangegangenen Monaten belohnt: Der Garten grünt und blüht jetzt in voller Pracht. Allerhand zu tun ist trotzdem auch in diesem Monat: Das Unkraut profitiert natürlich ebenso von den günstigen Bedingungen, sodass das Jäten der Beete jetzt immer häufiger erforderlich ist. Abhängig von der Witterung gilt es zudem darauf zu achten, dass alle Pflanzen genügend Feuchtigkeit haben und bei Bedarf gewässert werden. Dies ist notwendig, wenn die obere Bodenschicht bis etwa 5 bis 10cm Tiefe ausgetrocknet ist. Auch beim Gießen solltest Du jedoch einige Regeln beachten. Es empfiehlt sich, den Pflanzen jeweils morgens Wasser zu geben. Gießt Du in der Mittagshitze, so verdunstet ein großer Teil des Wassers und es kann zu Verbrennungen kommen, wenn die pralle Sonne Wassertropfen auf den Blättern bescheint. Abends dagegen besteht die Gefahr, dass überschüssige Feuchtigkeit in der kühleren Nacht nicht verdunstet und so die Entstehung von Pilzkrankheiten begünstigt.

Ziergarten
Damit Du Dich im nächsten Frühjahr an ihren Blüten erfreuen kannst, solltest Du jetzt zweijährige Blumen wie Stiefmütterchen, Goldlack, Stockmalve usw. aussäen. Auch Stauden können jetzt gepflanzt werden. Dazu kannst Du etwa 10cm lange, holzige Triebe Deiner vorhandenen Stauden zunächst in einem Torf-Sand-Gemisch oder Blumenerde zum Keimen bringen, um sie dann in den Garten zu setzen. Im Sommer empfiehlt es sich, neue Aussaaten oder Pflanzungen zunächst an schattigen Plätzen vorzunehmen, damit die jungen Pflanzen immer genügend Wasser haben und nicht der prallen Sonne ausgesetzt sind.
Bäume und Sträucher bekommen jetzt ihren Sommerschnitt, so etwa Rhododendronsträucher. In der letzten Juniwoche kann auch mit dem Heckenschnitt begonnen werden. Bei allen Pflanzen solltest Du jetzt die schon verblühten Teile entfernen. Dies beugt einerseits Krankheiten vor und führt andererseits dazu, dass die Pflanzen noch einmal neue Blüten ausbilden. Verblühte Stauden etwa, die ca. 30cm über dem Boden abgeschnitten wurden, treiben meist im späten Sommer oder frühen Herbst noch einmal aus. Wer Rosen in seinem Garten hat, sollte diese regelmäßig auf Schädlinge überprüfen und bei Bedarf Gegenmaßnahmen ergreifen.

Nutzgarten
Vorgezogene Gurken-, Tomaten- und Kürbispflanzen können jetzt noch in den Garten ausgepflanzt werden. Dabei solltest Du darauf achten, dass es um den 11. Juni, zur sogenannten Schafskälte, noch einmal ziemlich kühl werden und gegebenenfalls eine Vliesabdeckung zum Schutz notwendig sein kann. Diese Pflanzen, die besonders große und saftige Früchte tragen werden, müssen jetzt auch regelmäßig und großzügig gegossen werden – vor allem, wenn sie schon größer sind. Bei Bedarf solltest Du ihnen Rankhilfen, z. B. in Form von Gittern, zur Verfügung stellen. Bei Tomaten sind Seitentriebe regelmäßig auszubrechen, um den Haupttrieb zu stärken und für einen möglichst großen Ertrag zu sorgen. Die unteren Blätter solltest Du zum Zweck einer besseren Belüftung der Pflanze entfernen. Dies gilt auch für kranke oder vergilbte Blätter. Für die Ernte im Oktober kannst Du jetzt auch noch rote Beete aussäen, genauso wie Radieschen, Pflück- und Kopfsalat.
Gewächshausgurken müssen jetzt gekappt werden, sobald sie Dachhöhe erreichen. Bis zu einer Höhe von etwa 60cm solltest Du die Früchte entfernen, sodass nur 4 bis 6 Gurken pro Pflanze bleiben. Andernfalls werden sie zwar viele, aber womöglich unbrauchbare, zu kleine Gurken tragen.
Rhabarber kann jetzt noch bis etwa 24. Juni geerntet werden. Danach sollte zum Schutz der Pflanzen, die ausreichend Zeit zur Regeneration haben sollen, darauf verzichtet werden.
Wie die Zierpflanzen müssen auch Nutzpflanzen jetzt regelmäßig auf Schädlinge untersucht werden. Bei Apfelbäumen ist dies meist der Apfelwickler, ein Nachtfalter, der seine Eier auf den Bäumen und deren Früchten ablegt. Die Weibchen schwärmen dazu im Mai und vor allem im Juni aus. Um übermäßigen Wurmbefall Deiner Äpfel zu verhindern, kannst Du jetzt die Bäume nach Puppen absuchen. Im Handel sind auch besondere Fanggürtel erhältlich, die am Baum angebracht werden und die Schädlinge fangen sollen. Fallen mit einem Stoff, der die Apfelwickler-Männchen anlockt, können zum Einsatz kommen. Heruntergefallene Früchte solltest Du nicht liegenlassen, sondern wegräumen – sie bilden sonst den idealen Lebensraum für Schädlinge.

Fazit:
Der Juni ist ein Monat, in dem es im Garten allerorten blüht und sprießt. Trotzdem gibt es für Dich als Hobbygärtner allerhand zu tun. Vor allem gilt es jetzt, bei Zierpflanzen die Blütenpracht besonders lange zu erhalten und bei Nutzpflanzen für eine reiche Ernte vorzusorgen. Dazu bedürfen Deine Pflanzen jetzt besonderer Pflege und müssen mit den richtigen Maßnahmen vor Schädlingen geschützt werden.

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