Gepflasterte Terrasse selbst bauen - Terrassenbau - Ratgeber, Tipps & AnleitungGlücklich kann sich schätzen, wer die warmen Sommertage auf der eigenen Terrasse genießen kann. Eine einfache, gepflasterte Terrasse selbst anzulegen ist leichter als man denkt.

Den richtigen Standort finden und vorbereiten
Wer einen geeigneten Standort für eine Terrasse sucht, sollte die Ausrichtung und die folglich zu erwartende Sonneneinstrahlung zu den verschiedenen Tageszeiten, an denen die Terrasse genutzt werden soll, beachten. Der Schattenwurf des Hauses oder umstehender Büsche und Bäume sollte ebenfalls in die Planung einbezogen werden. Hat man sich für einen Platz und einen Umriss entschieden, wird zunächst der Bauplatz abgegrenzt. Dazu wird der Grundriss der Terrasse mit Pflöcken abgesteckt, die dann mit einer Schnur verbunden werden. Bei einem Grundriss, der nicht nur aus Geraden besteht, müssen entsprechend mehr Pflöcke verwendet werden.

Vorbereitung des Unterbodens
Anschließend wird der Boden ausgehoben. In der Regel ist eine Tiefe von 30 cm ausreichend. Bei Pflasterflächen, die größeren Belastungen standhalten sollen, ist ein massiverer Unterbau und somit auch ein tieferer Aushub nötig. Wird die Terrasse auf abschüssigem Gelände angelegt, muss an höher gelegenen Stellen natürlich mehr ausgehoben werden. Danach wird der Boden auf der Grundfläche der Terrasse mit einem Handstampfer oder einer Rüttelplatte verdichtet. Unebenheiten werden dabei durch entsprechendes Entfernen oder Zugeben von Erde ausgeglichen. Um das Entstehen von Pfützen auf der Terrasse zu vermeiden, wird ein Gefälle von etwa 2 % benötigt, damit das Regenwasser in den Garten abläuft.

Fundament und Tragschicht
In die entstandene Vertiefung wird nun Schotter gefüllt und so ein Unterbau erstellt. Dabei gilt, dass der spätere Terrassenbelag umso belastbarer sein wird, je massiver die eingefüllte Schotterschicht ist. Abschließend wird wiederum verdichtet. Als Tragschicht kann Sand oder feiner Schotter verwendet werden, der ebenfalls gleichmäßig verteilt und verdichtet werden muss. Hier sollte nun noch einmal das nötige Gefälle überprüft werden. Man nimmt dazu ein 1 m langes Brett, setzt es an der höchsten Stelle des geplanten Gefälles (in der Regel an der Hauswand) an und legt eine Wasserwaage darauf. Ist das Brett gerade ausgerichtet, müssen nun am anderen Ende 2 cm Platz zwischen Brett und Tragschicht sein. Dies entspricht dem erforderlichen Gefälle von 2 %. Vor dem Verlegen des Pflasters wird noch eine Ausgleichsschicht aus Sand aufgetragen. Um das hergestellte Gefälle dabei beizubehalten, empfiehlt es sich, eine oder mehrere Richtschnüre zu spannen. Die Ausgleichsschicht sollte 3 bis 8 cm hoch locker aufgestreut und anschließend mit einem langen Brett abgezogen werden, sodass eine glatte Fläche entsteht.

Tipp: Eine teure Rüttelplatte, die Du so gut wie nie brauchst, musst Du natürlich nicht kaufen. Du kannst sie einmalig für den Terrassenbau mieten. Je sorgfältiger die Basis des späteren Terrassenbelags verdichtet wird, desto geringer ist die Gefahr einer späteren Unterspülung und Muldenbildung. Wer kein Risiko eingehen möchte, sollte bei keinem Arbeitsschritt auf eine Rüttelplatte verzichten.

Das Pflaster aufbringen
Auf der Ausgleichsschicht kann nun das Pflaster verlegt werden. Industriell gefertigtes Material wie Betonpflastersteine werden einfach auf die Schicht aufgelegt. Werden Natursteine verlegt, die alle eine unterschiedliche Höhe aufweisen, so muss jeder Stein einzeln in die Ausgleichsschicht eingegraben und mit dem Gummihammer festgeklopft werden. Unebenheiten kann man später noch mit der Rüttelplatte ausgleichen. Um ein Verkratzen der Steine zu verhindern, sollte die Rüttelplatte unbedingt mit einer Gummiunterlage verwendet werden. Bei größeren Pflasterplatten muss beim Verlegen sorgfältiger gearbeitet werden, da eine nachträgliche Beseitigung von Unebenheiten hier nur noch schwer möglich ist. Ist das Pflastermaterial fertig verlegt, so werden die Fugen mit einem feineren Sand verfüllt. Vor allem bei industriell gefertigten Steinen mit glatter Unterseite kann das Pflaster bei Belastung nach außen wegrutschen. Um dies zu verhindern, empfiehlt es sich, die Terrassenränder zu befestigen, indem auf der Schotterschicht eine Betonschürze aufgebracht wird, die die Randsteine in Position hält.

Fazit
Wichtig beim Anlegen einer Terrasse ist eine sorgfältige Planung, um unangenehme Überraschungen im Laufe des Terrassenbaus zu vermeiden. Aushubtiefe und Höhe der Fundamentschichten musst Du so auf die Dicke des verwendeten Pflastermaterials abstimmen. Und wenn Du die Kosten der optimalen Hilfsmittel und Materialien nicht scheust, wirst Du lange Freude an Deiner neuen Terrasse haben.

Bildquellenachweis: © Hanspeter Bolliger / PIXELIO