Hochbett: Platz sparen und Wohnraum kreativ gestalten - Anleitung & TippsSo mancher wird beim Thema Hochbett sicher an vergangene Zeiten zurückdenken, als es auf Klassenfahrten ein aufregendes Erlebnis war, einmal im Schullandheim in luftiger Höhe zu übernachten. Hoch- und Etagenbetten kann man jedoch nicht nur dort finden, wo es heißt, große Menschengruppen auf wenig Raum unterzubringen. Auch viele Privathaushalte nutzen die Vorteile eines Hochbetts – und zwar nicht nur im Kinderzimmer.

Die Vorzüge eines Hochbetts
Ein Hochbett hat im Wesentlichen einen großen Vorteil: es spart Platz. Wird das Bettlager in die Höhe versetzt, entsteht dort, wo es bisher Platz weggenommen hat, neuer nutzbarer Raum. So hat der Schlafplatz in der Höhe den Weg in viele Studentenbuden gefunden, die entsprechend dem Budget oft nicht übermäßig groß sind. Neben ganz rationalen Überlegungen hat das Hochbett aber auch eine Faszination schon aus sich heraus. Vor allem Kinder kann man mit der sich ergebenden Wohn- und Spiellandschaft im Zimmer begeistern. Ein Hochbett kannst Du mit verschiedenen Möbeln kombinieren: ob Schreibplatz, Kleiderschrank oder gemütliche Sitzecke – kreativen Köpfen sind bei der Nutzung des neu entstandenen Raums so gut wie keine Grenzen gesetzt.

Nachteile und Bedenkenswertes
Wie alles andere hat auch das Hochbett nicht nur Vorteile, sondern auch Nachteile, die es zu berücksichtigen gilt. Zunächst sollte man darüber nachdenken, ob es den ganz persönlichen Bedürfnissen entspricht. Wenn es um ein Kinderbett geht, kann das besonders relevant sein: Bei starker Höhenangst oder Neigung zum Schlafwandeln sollte besser auf ein Hochbett verzichtet werden. Für Kinder und Erwachsene, die nicht immer durchschlafen und nachts aufstehen, kann der womöglich schlaftrunkene Ab- und Aufstieg nicht nur unangenehm, sondern unter Umständen auch gefährlich sein. Kinder unter sechs Jahren sollten grundsätzlich nicht im Hochbett schlafen. Als störend kann auch der, je nach Höhe des Bettes, geringe Abstand zur Zimmerdecke empfunden werden. Lärm aus der darüberliegenden Etage – schon durch Schrittgeräusche – beeinträchtigt womöglich den Schlaf. Selbstgebaute Hochbetten, die für einen Standort in einem einzelnen Zimmer entworfen wurden, können zudem bei einem Umzug in eine anders geschnittene Wohnung Probleme machen.

Kaufen oder Selbstbauen?
Wer den Entschluss gefasst hat, sich ein Hochbett anzuschaffen, steht auch schon vor der nächsten Entscheidung: Kaufen oder Selbstbauen? Im Handel werden Hoch- und Etagenbetten meist als Ausstattung für Kinder- und Jugendzimmer angeboten. Kinderhochbetten gibt es schon ab 100 €. Auch für Erwachsene geeignete Hochbetten aus Metall gibt es vereinzelt für etwa 200 €, entsprechende Betten aus Massivholz sind bei den gängigen Möbelhändlern kaum zu haben. Im spezialisierten Handel zahlt man für ein einfaches Holzmodell ab 500 €. Die Entscheidung für die Marke Eigenbau kann sich also auch finanziell lohnen. Außerdem bietet ein eigener Entwurf die Möglichkeit, das Bett an die Gegebenheiten des Zimmers anzupassen. Wer bereit ist, mehr auszugeben, kann sich vom Fachmann aber auch ein individuelles Einzelstück anfertigen und einbauen lassen.
Für den Selbstbau eines Hochbetts findest Du im Internet zahlreiche Anleitungen. Bei der Planung ist einiges zu bedenken. Die Raumhöhe ist ein wichtiger Faktor. Von der Matratzenoberseite an sollte mindestens ein Meter Platz sein. Nicht alles musst Du selbst bauen. Teile wie Lattenrost und Leiter kannst Du gegebenenfalls auch fertig kaufen. Im Wesentlichen besteht ein selbstgebautes Hochbett aus vier massiven Pfeilern, an denen das Bettlager befestigt wird. Nicht vergessen sollte man Verstrebungen dazwischen, die das Bett stabil halten, und eine ausreichend hohe Brüstung als Absturzschutz. Eine Befestigung an einer Wand ist nicht zwingend erforderlich und kann nachträglich erfolgen, wenn sich herausstellt, dass die Konstruktion zu viel Spiel hat.

Fazit: Ein Hochbett hat viele Vorteile und bietet, vor allem wenn man es selbst baut, enorme Gestaltungsmöglichkeiten. Wer den Aufwand, aber keine Mehrkosten scheut, kann sich sein individuelles Stück vom Fachmann entwerfen und einbauen lassen. Vor der Anschaffung solltest Du jedoch abwägen, ob das Hochbett wirklich den ganz persönlichen Bedürfnissen gerecht wird und ein Einbau bei der gegebenen Raum- und Wohnsituation ratsam ist.

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