Solarthermie – Warmwasser und Heizwärme von der SonneDass man mit Sonnenkollektoren auf dem Dach seinen eigenen Strom erzeugen kann, ist allgemein bekannt. Beim Schlagwort Solarenergie denken wohl die meisten zuerst an Photovoltaik, die Umwandlung von Licht in elektrische Energie. Weit weniger bekannt ist, dass es eine weitere Möglichkeit gibt, die Energie der Sonne im eigenen Heim zu nutzen: die Solarthermie – eine Option zur Kosteneinsparung beim Heizen und der Warmwasserbereitung, die zugleich die Umwelt schont.

Wie funktionieren solarthermische Anlagen?
Wie bei Photovoltaikanlagen werden bei solarthermischen Anlagen Kollektoren auf dem Dach installiert. Diese enthalten jedoch keine Solarzellen, sondern nutzen die Wärmestrahlung der Sonne zum erhitzen von Wasser. Dazu wird ein flüssiger, frostgeschützter Wärmeträger durch den Wärmekollektor und anschließend einen Wärmetauscher geleitet, wo die thermische Energie zum erhitzen von Heiz- und Brauchwasser genutzt wird. In den Sommermonaten kann der Heißwasserbedarf so oft ausschließlich mit Sonnenenergie gedeckt werden.

Voraussetzungen für die Installation
Solarthermische Anlagen können auf geneigten Dachflächen mit Südausrichtung, aber auch auf Flachdächern installiert werden. Wenn kein geeignetes Dach vorhanden ist, ist auch der Aufbau einer freistehenden Anlage möglich, der aber höhere Kosten mit sich bringt. Die Größe der benötigten Flächen ist abhängig von der Haushaltsgröße. Für einen 4-Personen-Haushalt wird eine Fläche von ca. 5 m² benötigt, wenn die Anlage nur der Warmwasserbereitung dienen soll. Will man die thermische Energie zusätzlich zum Heizen nutzen, ist mit ca. 10-18 m² zu rechnen. Am wenigsten Platz benötigen sogenannte Vakuum-Röhrenkollektoren, da sie durch ihre besondere Wärmeisolation ein höheres Leistungsniveau erreichen. Die Kollektoren können auf dem vorhandenen Dach befestigt oder ins Dach integriert werden, was sich vor allem dann anbietet, wenn die Anlage von vornherein beim Neubau eines Hauses eingeplant wird. Zusätzlich muss eine Steuerungsanlage eingebaut werden, sowie für die Warmwasserbereitung ein mehrere Hundert Liter fassender Speicher.

Kombinationsmöglichkeiten
Seit einigen Jahren besteht die Möglichkeit, Solarthermie und Photovoltaik in einer einzigen Anlage zu nutzen. Wer noch mehr für die Umwelt tun will, kann selbstverständlich auch die zusätzlich zur Solarthermie noch benötigten fossilen Brennstoffe durch umweltschonendere Energieträger ersetzen. Händler empfehlen zum Beispiel eine Kombination aus solarthermischer Anlage und Biomasseverfeuerung (z. B. Pelletheizung). Auch die Verbindung mit einer Wärmepumpenheizung ist möglich.

Finanzielle Aspekte
Im Jahresdurchschnitt kann eine Solarthermie-Anlage über die Hälfte der für die Warmwasserbereitung benötigten Energie liefern. In Zeiten steigender Öl- und Gaspreise wird sich eine solche Einsparung langfristig deutlich positiv im Haushaltsbudget bemerkbar machen. Da sich in gleichem Maße der CO2-Ausstoß verringert, wird der Bau von Anlagen, die sowohl der Heiz- als auch der Brauchwassererwärmung dienen, von der Bundesregierung gefördert. Die gleichzeitige Einrichtung einer Solarthermie-Anlage und einer Biomasse- oder Wärmepumpenanlage wird dabei besonders honoriert.

Fazit
Die Installation einer solarthermischen Anlage ist nicht nur aus Sicht des Umweltschutzes eine gute Sache, sondern wirkt sich auch positiv auf die laufenden Kosten eines Gebäudes aus. Wer schon einmal dabei ist, über die Installation einer solchen Anlage nachzudenken, sollte die Kombination mit weiteren umweltschonenden Energieträgern in Erwägung ziehen. In jedem Fall lohnt es, sich eingehend über technische Varianten ebenso wie über mögliche Finanzierungswege zu informieren.

Bildquellenachweis: © Ingo Anstötz / PIXELIO