Mietrecht und Lärmschutz Streitereien zwischen Mietern sind ein nicht enden wollendes Thema vor deutschen Gerichten. Oft sind die Ansprüche und Empfindungen derart unterschiedlich, dass sie sich nur durch das Gesetz regeln lassen. Laute Kinder, lärmende Geräte oder ständige Musik deutlich über Zimmerlautstärke sind nur ein paar der vielfältigen Gründe. Wir informieren Dich, welche Regeln es gibt und was toleriert werden muss.

Im Garten und auf dem Hof
Wer einen Garten besitzt und dort viel arbeitet oder auf seinem Hof werkelt, muss die gesetzlich vorgeschriebenen Ruhezeiten beachten. Wenn eine Arbeit viel Lärm mit sich bringt, ist sie nur Montags bis Samstags zwischen 7h morgens und 20h abends gestattet. In diese Kategorie fällt die Arbeit mit Geräten wie dem Rasenmäher, Kettensägen oder einem Hochdruckreiniger. Neuere Geräte müssen zur Orientierung für den Verbraucher mittels eines Etiketts angeben, zu welchen Zeiten sie draußen betrieben werden dürfen und was ihr maximaler Geräuschpegel ist.

In der Wohnung
Die Regelungen innerhalb eines Hauses sind nicht allgemein gültig, aber immer sehr ähnlich. Normalerweise gilt die Zeit zwischen 22h und 7h sowie zwischen 12h Mittags und 15h als Ruhezeit. Allerdings kann es in einer Hausgemeinschaft oder im Mietvertrag zu abweichenden Regeln kommen.

Duschen ist generell zu allen Tages- und Nachtzeiten zulässig, selbst, wenn im Mietvertrag oder der Hausordnung gegenteiliges festgeschrieben ist. Allerdings befanden die Richter eine Duschzeit von 30 Minuten für ausreichend. Musizieren ist generell auch über Zimmerlautstärke erlaubt, allerdings nur für eine bestimmte Zeit am Tag. Das Zeitfenster richtet sich nach dem Instrument und dessen Lautstärke. Zwischen einer und zwei Stunden darfst Du normalerweise tagsüber spielen. Wenn keine Absprache mit den Nachbarn besteht, ist auch bei Partys die Nachtruhe einzuhalten. Verstöße können zu Abmahnungen und Geldbußen führen. Handwerker können außerhalb der Ruhezeiten grundsätzlich unbegrenzt Lärm machen. Allerdings kann dauerhafter Lärm von mehreren Wochen zu einer Mietminderung von bis zu 50% führen. Bei Kinderlärm gibt es eine sehr hohe Toleranzgrenze. Nur in extremen Ausnahmen haben Gerichte bestätigt, dass bestimmter Kinderlärm nicht zumutbar ist. Normale Hausarbeit wie putzen und waschen muss mit Ausnahme des Staubsaugers ebenfalls toleriert werden. Beim staubsaugen musst Du Dich an die Ruhezeiten halten.

Fazit
Das Mietrecht unterscheidet sehr deutlich zwischen unvermeidbarem Lärm und mutwilliger Belästigung. Für Feiern, laute Musik und lärmende Arbeitsgeräte gibt es strengere Vorgaben, als für die nächtliche Körperhygiene und Kinderlärm, die sehr tolerant gehandhabt werden.

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