Energieausweis bewahrt vor Kostenfallen - Ratgeber & TippsBist Du auf der Suche nach einer Wohnung oder einem Haus, die Du mieten oder kaufen möchtest? Bei der Auswahl solltest Du nicht nur die Lage oder Ausstattung in Betracht ziehen, sondern auch der energetische Zustand des Hauses. Nur so kannst Du hohe Heizkostenabrechnungen und böse Überraschungen vermeiden. Denn ungedämmte Altbauten mit veralteter Heiztechnik könnten ein Vielfaches an Energie schlucken als die Neubauten oder energetisch sanierte Häuser.

Lass Dir vor dem Abschluss eines Miet- oder Kaufvertrags unbedingt den Energieausweis zeigen. Nur so kannst Du die Kosten für Heizung und Warmwasser im Voraus abschätzen. Ein Energieausweis dokumentiert die Energieeffizienz einer Immobilie und der Eigentümer muss ihn bei Vermietung von Wohnungen und Häusern vorlegen können. Der Eigentümer ist nicht verpflichtet, Dir eine Kopie des Ausweises auszustellen, aber er muss Dir Einblick in das Dokument gewähren. Wer beim Verkauf oder bei der Vermietung von Gebäuden keinen Energiepass vorlegen kann, begeht eine Ordnungswidrigkeit, die mit einem Bußgeld von bis zu 15.000 Euro geahndet werden kann. Es ist also Dein gutes Recht, nach einem Energieausweis zu fragen.

Energieausweis richtig lesen
Wie viel Energie in einem Gebäude im Durchschnitt für Heizung und Warmwasser benötigt wird, kannst Du auf einer Farbskala von grün bis rot ablesen. Wenn das Gebäude im grünen Bereich liegt, fallen die Energiekosten niedrig aus. Liegt Dein ausgewähltes Haus im roten Bereich, ist Vorsicht geboten. Achtung: Der Energieausweis ermittelt den energetischen Zustand für das gesamte Haus. Für die einzelnen Wohnungen können sich je nach Lage im Gebäude Unterschiede ergeben.
Ein Energieausweis beinhaltet öfters auch Modernisierungsempfehlungen, die die spätere Miethöhe beeinflussen können. Du hast Recht auf Einsicht in diese Empfehlungen, denn sie informieren Dich, wie Du eine bessere Energieeffizienz erzielen kannst. Du hast jedoch keinen Anspruch auf energetische Modernisierungsmaßnahmen im Haus, zu denen der Vermieter verpflichtet wäre.

Varianten des Energieausweises
Den Energieausweis gibt es in zwei Varianten. Ein bedarfsorientierter Ausweis, erfasst den Gebäudezustand und dokumentiert den prognostizierten Energiebedarf. Dieser Ausweis ist erforderlich für nicht modernisierte Gebäuden mit bis zu vier Wohnungen, die vor dem November 1977 gebaut wurden. Ein verbrauchsorientierter Energieausweis weist nur den tatsächlichen Energieverbrauch des Vorjahres aus und ist somit günstiger in der Anschaffung, aber auch weniger aussagekräftig für den Mieter als ein bedarfsorientierter Ausweis. Die Eigentümer, für die ein bedarfsorientierter Ausweis keine Pflicht ist, können frei zwischen Verbrauchs- und Bedarfsausweis wählen. Der Mieter kann zwar Einblick in den Energieausweis verlangen, muss sich aber mit der Variante zufrieden geben, die ihm der Vermieter anbietet.

Fazit
Bei einem vermeintlich günstigen Wohnungsangebot kann die böse Überraschung mit der ersten Heizkostenabrechnung kommen. Informiere Dich deshalb schon bei der ersten Besichtigung über den energetischen Zustand des Hauses und verlange einen Einblick in den Energieausweis.

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